China will die Datenverarbeitung von heimischen Firmen mit Plänen für einen US-Börsengang künftig schärfer kontrollieren. Die chinesischen Aufseher erwägen, Unternehmen, die mit einer Notierung an der Wall Street liebäugeln, dazu aufzufordern, ihr Datenmanagement speziellen Sicherheitsfirmen zu überlassen, sagte eine der mit der Situation vertrauten Personen Reuters. Die chinesische Führung sei besorgt, dass ein US-Listing Firmen dazu zwingen könnte, Teile ihres Datenbestandes ausländischen Gesellschaften zu übertragen, was die nationale Sicherheit untergraben würde.

Der Vorschlag der Aufseher ist vor dem Hintergrund von Regierungsplänen zu sehen, die milliardenschwere Technologiebranche des Landes schärfer zu regulieren. Die Wettbewerbsbehörde SAMR hatte am Dienstag ein ganzes Bündel an Vorschlägen vorgestellt, um unfairem Wettbewerb und unkontrollierter Datenverarbeitung einen Riegel vorzuschieben. Am Aktienmarkt hatte der Vorstoß für Entsetzen gesorgt und die Anteilsscheine von Konzernen wie Alibaba, Tencent, Bilibili und Meituan abstürzen lassen.

Eine endgültige Entscheidung über den Vorschlag zur schärferen Kontrolle des Datenmanagements bei Firmen mit Plänen für ein US-Listung sei noch nicht getroffen worden, sagten die Insider. Aufseher hätten das Vorhaben bereits mit Finanzmarktteilnehmern diskutiert. Bei der China Securities Regulatory Commission (CSRC) und der Cyberspace Administration of China (CAC) war auf eine Anfrage hin zunächst keine Stellungnahmen erhältlich. (reuters)