Die vergangene Woche verordnete Corona-Impfpflicht für das fliegende Personal der AUA-Schwester Swiss stößt auf mehrheitliche Zustimmung. Laut CEO Dieter Vranckx gab es auf der internen Kommunikationsplattform 85 Prozent Zustimmung und nur 15 Prozent Ablehnung, wie er in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Montag sagte.

Beim Mutterkonzern Lufthansa sowie bei Austrian Airlines (AUA) gibt es keine Impfpflicht. Bei der Lufthansa will man die will Crew-Impfungen über Betriebsvereinbarungen erreichen, bei der AUA haben laut internen Umfragen bereits rund 90 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Corona-Impfung.

Mit welchen Konsequenzen Swiss-Angestellte rechnen müssen, die sich nicht impfen lassen wollen, ließ der Firmenchef weiter offen. "Wir sind in Gesprächen mit unseren Sozialpartnern und arbeiten mit Hochdruck an einem Konzept", sagte er.

Prognosen schwierig, Umfeld hat sich verändert

Im Juli und August habe es wie schon im zweiten Quartal keinen Geldabfluss mehr gegeben. Im Gegenteil sei in den beiden Ferienmonaten ein Geldzufluss erzielt worden, so der Firmenchef.

Prognosen seien gleichwohl schwierig. "Unser Umfeld hat sich verändert, unsere Kundinnen und Kunden buchen heute anders", begründete dies Vranckx. Vor der Pandemie habe es sechs Monate vor Abflug ein "genaues Bild" davon gegeben, wie viele Personen zum Beispiel einen Flug von Zürich nach Malaga gebucht hätten. "Heute haben wir sogar einen Monat vor Abflug kaum ein präzises Bild von der Auslastung unserer Flüge." Denn derzeit erfolgen laut dem Swiss-Chef rund 50 Prozent der Buchungen erst zwei Wochen vor Abflug.

In Australien kündigte die Fluggesellschaft Virgin Australia an, dem Beispiel der größten Airline Qantas zu folgen und ebenfalls eine Impfpflicht für die Mitarbeiter einzuführen. Qantas hatte bereits Mitte August für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal eine Frist bis zum 15. November gesetzt, um sich impfen zu lassen. Die restlichen Mitarbeiter bekommen bis Ende März 2022 Zeit. Bei Virgin Australia soll der gleiche Zeitrahmen gelten. Ausnahmen gibt es nur aus medizinischen Gründen.

Das 25-Millionen-Einwohnerland Australien war dank strenger Regeln und geschlossener Außengrenzen lange Zeit erfolgreich im Kampf gegen das Virus. Experten machen die schleppend angelaufene Impfkampagne und die Delta-Variante für die steigenden Zahlen verantwortlich. (apa/awp/sda)