Die Wirtschaft der Eurozone ist im Frühling mit mehr Tempo aus der Corona-Krise herausgekommen als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni zum Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer dritten Schätzung mitteilte.

In einer früheren Schätzzahl war von 2,0 Prozent die Rede gewesen. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft noch um 0,3 Prozent geschrumpft - Ende 2020 gar um 0,4 Prozent.

Die Aufholjagd zeigt sich auch im Vergleich mit dem Vorjahr. Das BIP kletterte im Frühjahr gegenüber dem zweiten Quartal 2020 um revidiert 14,3 Prozent. Das zweite Quartal des Vorjahres war stark durch die Coronakrise belastet worden

Spaniens Wirtschaft wuchs am stärksten

Unter den vier größten Volkswirtschaften des Währungsraums wuchs die spanische Wirtschaft besonders stark. Das BIP legte um 2,8 Prozent zu. Die italienische Wirtschaft wuchs um 2,7 Prozent, während das Wachstum der deutschen Wirtschaft mit 1,6 Prozent und der französischen Wirtschaft mit 1,1 Prozent merklich schwächer ausfiel.

Basierend auf saisonbereinigten Zahlen lag das BIP-Volumen allerdings noch 2,5 Prozent unter seinem höchsten Wert vom vierten Quartal 2019 - also vor Ausbruch der Pandemie. In den USA ist die Konjunkturerholung schon weiter fortgeschritten: Dort lag das BIP im Frühjahr um 0,8 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals von 2019.

Die EU-Kommission sagt für das laufende Jahr beim BIP der Eurozone ein Plus von 4,8 Prozent voraus. Laut Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni könnte das Wachstum sogar noch höher ausfallen. Die Stimmung bei den Firmen sei gut. Die Wirtschaft habe offenbar gelernt, mit den abgeschwächten Pandemie-Einschränkungen zu leben. (apa/Reuters/dpa-AFX)