Die Furcht vor Dominoeffekten am Immobilienmarkt ausgelöst durch den Krisenkonzern China Evergrande lässt Anleger an Europas Aktienmärkten zum Wochenstart Reißaus nehmen. Für Nervösität sorgen auch anstehende Notenbank-Treffen, von denen Investoren Hinweise auf eine Drosselung der Konjunkturprogramme erwarten. Das Debüt des auf 40 Werte erweiterten Dax fiel daher mit einem Minus von rund drei Prozent auf 15.035 Punkte mager aus. Der EuroStoxx50 rutschte ebenfalls knapp drei Prozent auf 4017 Zähler ab.

Im Sog der Turbulenzen ist die Schweizer Börse mit einem Kurssturz in die neue Handelswoche gestartet. Der Leitindex SMI sackte am Montag in der Spitze um 2,4 Prozent ab. Stärker war das Bluechip-Barometer letztmals Ende Januar gefallen. Etwas mehr als eine Stunde vor Handelsschluss notierte der SMI noch um 1,8 Prozent schwächer bei 11.721 Punkten. Das "Angstbarometer" Volatilitätsindex schoss 20 Prozent hoch. Alle 20 Standardwerte rutschten ab. Regelrecht unter die Räder kamen die Grossbanken: Die Aktien der Credit Suisse brachen um 6,8 Prozent ein und die des Rivalen UBS um 5,9 Prozent.

Kurse an Wall Street belastet

Die Sorgen rund um  Evergrande und die Aussicht auf ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen durch die US-Notenbank (Fed) haben unterdessen auch die Kurse an der Wall Street belastet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte zum Wochenstart 1,5 Prozent auf 34.054 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P 500 gab 1,6 Prozent auf 4361 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,9 Prozent auf 14.757 Punkte. Mit Spannung warteten Investoren auf die Sitzung der Fed am Mittwoch, von der sie ein Signal für ein Zurückfahren der milliardenschweren Anleihekäufe erwarten.

Die Probleme bei Evergrande könnten "Chinas Lehman-Moment" sein, sagte Paul Nolte, Portfoliomanager bei Kingsview Investment Management in Chicago. Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 führte zu massiven Kursverlusten und brachte das Finanzsystem zum Wanken. "Die Angst vor einer nächsten Immobilienkrise ist zurzeit groß", sagte auch Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.