Erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie hat Ryanair wieder einen Quartalsgewinn eingefahren. Nach einem Verlust von 225,5 Millionen Euro im Vergleichszeitraum stand nun für die Monate Juli bis September ein Gewinn von 225 Millionen Euro unter dem Strich, wie der irische Billigflieger am Montag in Dublin mitteilte. In den vergangenen Wochen hätten Kunden verstärkt Tickets gebucht. Das Management erwartet, dass diese Dynamik bis Ostern und Sommer nächsten Jahres anhält.

Den optimistischen Ausblick, den Firmenchef Michael O'Leary gab, verlieh auch den Ryanair-Aktien Auftrieb. O'Leary stellte einen kräftigen Ausbau des Marktanteils in den kommenden beiden Jahren in Aussicht. In der Sommerreise-Saison 2022 werde die Auslastung bei 91 bis 92 Prozent liegen.

Im zweiten Geschäftsquartal erlöste Ryanair mit knapp 1,8 Milliarden Euro fast 70 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Allerdings distanzierte sich O'Leary von seiner bisherigen Prognose eines kleinen Jahresverlustes oder bestenfalls eines Ergebnisses nahe der Nulllinie: Mittlerweile soll der Verlust des laufenden Geschäftsjahrs bis Ende März 2022 zwischen 100 und 200 Millionen Euro liegen. Das hänge vor allem von der Preisentwicklung im Winter ab.

Gegebenenfalls will das Management die Ticketverkäufe selbst ankurbeln, indem die Preise gesenkt werden. Die Zahl der Fluggäste soll für das Jahr nun bei mehr als 100 Millionen liegen, nach bisher 90 bis 100 Millionen.

Unterdessen erwägt Ryanair einen Rückzug von der Londoner Börse. Im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU (Brexit) sei das gehandelte Aktienvolumen deutlich zurückgegangen, hieß es zur Begründung. Im Dezember hatte die Fluggesellschaft alle Nicht-EU-Bürger vom Kauf von Stammaktien ausgeschlossen und ihre Stimmrechte kassiert. (apa/dpa-AFX/Reuters)