Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre erste Ministertagung seit vier Jahren wegen der neuen Coronavirus-Variante auf unbestimmte Zeit verschoben. Die WTO teilte mit, ihre Mitglieder hätten sich am späten Freitag darauf geeinigt, die Ministerkonferenz zu verschieben, nachdem der Ausbruch der neuen Variante zu Reisebeschränkungen geführt hatte, die viele Minister daran gehindert hätten, Genf zu erreichen. Ein neuer Termin wurde noch nicht festgelegt.

WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sagte, die Verschiebung bedeute nicht, dass die Verhandlungen eingestellt werden sollten. "Im Gegenteil, die Delegationen in Genf sollten voll und ganz in der Lage sein, so viele Lücken wie möglich zu schließen. Diese neue Variante erinnert uns einmal mehr an die Dringlichkeit der Arbeit, die uns aufgetragen ist", sagte sie in einer Erklärung.

Die Schweiz, Sitz der Welthandelsorganisation, verbot am Freitag Direktflüge aus Südafrika sowie den umliegenden Regionen und verhängte Test- und Quarantäneauflagen für Reisen aus weiteren Ländern, darunter Belgien, Hongkong und Israel.

Verschoben ist damit auch eine Entscheidung über die Aufhebung der Patente von Corona-Impfungen, was bei dieser Sitzung besprochen werden hätte sollen. Befürworter dieser Regelung hoffen darauf, dass eine derartige Regelung vor allem ärmere Länder schneller mit Impfstoff versorgen würde. Gegner befürchten, dass den Pharmaunternehmen der Anreiz zur Forschung und Weiterentwicklung der Impfstoffe genommen werde. (red/apa)