Die Führung in Peking hatte es bereits im April 2020 angekündigt, nun ist es soweit: China kürzt ab Anfang 2022 die staatlichen Förderungen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Sie sollen schrittweise reduziert werden, erst um 10 Prozent, dann um 20 Prozent und schließlich um 30 Prozent, ehe sie am 31. Dezember 2022 ganz auslaufen. Unter die "new enegry vehicles (NEV)" fallen Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid-und Wasserstoffantrieb. Zudem kündigte das chinesische Finanzministerium an, die Sicherheitskontrollen für Autos mit alternativen Antrieben zu verstärken, um Unfälle zu vermeiden.

China, der größte Automarkt der Welt, hat sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2025 den Anteil von Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos an den Neuzulassungen auf 20 Prozent zu steigern. Tatsächlich schwächelt der Absatz in China zwar insgesamt, die Nachfrage nach alternativen Antrieben steigt aber weiter. Der Markt steht auch unter Druck, weil seit Monaten die Lage bei der Versorgung mit Elektronikchips die Situation erschwert.

Die Zahl insgesamt verkaufter Fahrzeuge fiel im November zum Vorjahresmonat um 12,5 Prozent auf 1,85 Millionen Stück. Der Absatz von E- und Hybrid-Autos kletterte im November im Vergleich zum Oktober um knapp 18 Prozent auf 378.000 Autos, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Mittwoch in Peking mitteilte. Zum Vorjahresmonat stieg die Anzahl auf mehr als das Doppelte.

Der Verband PCA misst in seiner Erhebung die Verkäufe von Pkw, SUV, Minivans und kleineren Nutzfahrzeugen an die Endkunden. Die PCA-Daten bestätigten damit die vorläufigen Daten des Herstellerverbands CAAM, nach denen im November 2,47 Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge abgesetzt wurden. Das waren um 10,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. In den CAAM-Daten sind neben Pkw auch Nutzfahrzeuge wie Lkw und Busse enthalten. Für deutsche Autobauer ist China der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt.

Die Volksrepublik gilt als Leitmarkt für die Elektromobilität. Grund dafür sind scharfe Vorgaben für die Pkw-Emissionen in den smoggeplagten Megacities des Landes. (dpa/apa/reu)