Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel leicht nachgegeben. Die Lage am Rohölmarkt bleibt aber angespannt. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 95,93 US-Dollar (84,77 Euro). Das waren 55 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 61 Cent auf 94,85 Dollar.

Am Montag hatten die Erdölpreise weiter zugelegt und ihr höchstes Niveau seit Herbst 2014 markiert. Trotz der jüngsten Abschläge bleibt die Marke von 100 US-Dollar je Fass Rohöl in Reichweite. Hauptgrund für die deutlichen Preisaufschläge, die seit Jahresbeginn etwa 25 Prozent betragen, ist die Krise an der ukrainisch-russischen Grenze. Die US-Regierung wirft Russland vor, eine Invasion des Nachbarlandes zu planen. Russland bestreitet dies ungeachtet eines massiven Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine.

Ukraine-Konflikt als Versorgungs-Risiko

Zuletzt sind Hoffnungen auf eine leichte Entspannung aufgekeimt, nachdem der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag die Fortsetzung von Verhandlungen empfohlen hat. Das hat sich auch am Ölmarkt dämpfend ausgewirkt. Schon seit Wochen sind die Rohölpreise angesichts der Spannungen zwischen Russland einerseits und der Ukraine sowie dem Westen andererseits mit einem Risikoaufschlag versehen. Russland ist einer der größten Ölförderer der Welt. Im Fall einer Eskalation sehen Experten Versorgungsprobleme.

Gold erzielt Spitzenpreise

Während Öl verliert, erlebt Gold einen Höhenflug: Die Unsicherheiten rund um die Ukraine-Krise lassen Anleger zum Edelmetall greifen. Der Goldpreis klettert in der Spitze auf 1.878,88 Dollar (1.660,38 Euro) je Feinunze und erreicht damit ein Acht-Monats-Hoch. "Kurzfristig wird Gold aufgrund der Ungewissheit eines möglichen militärischen Konflikts unterstützt", sagte Jack Siu, Investmentchef für China bei der Credit Suisse. (apa)