Die norwegische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr mit 4,2 Prozent so stark gewachsen wie seit 2007 nicht mehr. Im Schlussquartal 2021 zog die Konjunktur um 1,4 Prozent an und lag damit leicht über den Erwartungen von Ökonomen, wie das Statistikamt SSB am Mittwoch mitteilte. Im ersten Coronajahr 2020 hatte es noch einen Einbruch von 2,3 Prozent gegeben und damit das stärkste Minus seit 75 Jahren.

Aus den Zahlen sind die Schwankungen der wichtigen Öl- und Gasproduktion ausgeklammert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Festlands gilt als bester Gratmesser für die Fitness der Konjunktur.

Dienstleister sorgten für Schwung

Für Schwung sorgte 2021 vor allem eine Erholung vieler Dienstleister, die zum Anfang der Pandemie stark von den Folgen der Einschränkungsmaßnahmen betroffen waren. Neue Schritte im Kampf gegen die Virusvariante Omikron wurden inzwischen aber schon zum Teil wieder gelockert. "Die Gesellschaft hat sich wieder geöffnet und die Bedingungen für eine weitere Normalisierung sind somit gegeben", erklärte Statistikamt-Experte Paal Sletten.

Die norwegische Zentralbank, die vergangenes Jahr bereits die Zinswende eingeleitet hat, plant für 2022 drei weitere Zinserhöhungen. Einige Ökonomen gehen sogar davon aus, dass die Geldpolitik noch schneller gestrafft werden könnte. (apa/reuters)