Renault will nach der Rückkehr in die Gewinnzone Staatshilfen vorzeitig zurückzahlen. Der französische Autokonzern schaffte 2021 nach zwei Verlustjahren den Sprung zurück in die Gewinnzone mit einem Nettoergebnis von 888 Millionen Euro, wie Renault am Freitag mitteilte.

Die Aktionäre gehen allerdings leer aus und müssen auf eine Dividende für 2021 verzichten, denn Vorrang hat für Renault die Rückzahlung der Hilfen und die weitere Verbesserung der Ergebnisse. An der Börse honorierten die Anleger die Zahlen: Die Renault-Aktien kletterten zeitweise um mehr als vier Prozent.

Der Autobauer hatte wegen der Corona-Pandemie vom französischen Staat vier Milliarden Euro an Krediten bekommen, davon hat er bereits eine Milliarde wieder zurückgezahlt. Den Rest will Renault nun vor dem festgelegten Rückzahlungstermin 2024 begleichen. Mindestens zwei Milliarden Euro will der Konzern dieses Jahr zurückgeben, bis Ende 2023 dann den Rest.

"Renaulution" geht voran

Renault hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Fixkosten deutlich herunterzuschrauben und sich auf die rentabelsten Automodelle und Märkte zu konzentrieren. Der Konzern konnte die operative Gewinnmarge 2021 auf 3,6 Prozent verbessern. Sie lag damit über den Zielen, die sich Renault selbst gesetzt hatte. Im Rahmen der Konzernstrategie "Renaulution" hatte der Konzern eine Marge über drei Prozent im Jahr 2023 ins Visier genommen. "Mit diesen Ergebnissen für 2021 hat die Renault Group einen weiteren Schritt bei ihrer Erholung geschafft", erklärte Finanzchefin Clotilde Delbos. Das sei unter anderem das Ergebnis strikter Kostendisziplin.

Zwischen 2019 und 2021 kürzte Renault die Kosten um zwei Milliarden Euro und erreichte das Ziel ein Jahr früher als geplant. "Wir hören nicht damit auf, die Kosten zu reduzieren", sagte sie. Da man bereits viel erreicht habe, werde es nicht in diesem Tempo weitergehen. "Aber wir müssen weiterhin unsere Kostenbasis schrumpfen und es gibt immer noch Möglichkeiten, das zu tun." Delbos gibt ihren Posten nach sechs Jahren ab, um sich ganz der Leitung des Geschäftsfeldes Mobilize - dazu gehört etwa das Carsharing - zu widmen. Sie bleibt Stellvertreterin von Konzernchef Luca de Meo. Neuer Finanzchef wird ab März Thierry Pieton.

Für das laufende Jahr peilt Renault nun eine operative Marge von mehr als vier Prozent an. Der Konzern untermauerte zudem sein Ziel, bis 2030 die Marke Renault komplett auf Elektroautos umzustellen. (reuters)