Die europäischen Aktienmärkte sind vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Konflikt rund um die Ukraine deutlich tiefer gestartet. Der Euro-Stoxx-50 verlor gegen 9.10 Uhr 2,12 Prozent auf 3.901,10 Punkte. Für den DAX ging es in Frankfurt um 2,40 Prozent auf 14.377,24 Einheiten bergab. In London büßte der FTSE-100 1,19 Prozent ein auf 7.395,17 Zähler. In Paris ermäßigte sich der CAC-40 um 1,95 Prozent bei 6.656,15 Punkten. Auch der Wiener Aktienmarkt ist stark unter Abgabedruck geraten.

Stärker fiel die Kursreaktion in Moskau aus: Der russische RTS-Index sackte am Dienstagmorgen um fast 7 Prozent ab.

Der Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Entsendung von Truppen in den umkämpften Osten der Ukraine sorgt für hohe Nervosität. Die Einheiten sollen in den selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk für "Frieden" sorgen, wie es in einem Dekret heißt, das der Kremlchef am Montagabend in Moskau unterzeichnete. Zugleich erkannte Putin die beiden von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ukraine als unabhängige Staaten an. Die USA und die EU protestierten und kündigten Strafmaßnahmen an.

Befürchtet wird, dass Russland in dem Fall die Zufuhr von Öl und Gas einstellt oder drosselt. Die europäischen Gaspreise reagierten in der Früh mit deutlichen Preisaufschlägen von rund 13 Prozent. Auch die Ölpreise sind deutlich gestiegen. Die Nordsee-Sorte Brent notierte zuletzt bei über 97,4 Dollar das Barrel (159 Liter).

ATX 3,38 Prozent unter Montagsschluss

Der heimische Leitindex ATX notierte kurz nach Sitzungsbeginn bei 3.604,75 Zählern um deutliche 126,09 Punkte oder 3,38 Prozent unter dem Montag-Schluss (3.730,84).

Zu den größten Verlierern in Wien zählten im Frühhandel Raiffeisen und büßten knapp zehn Prozent an Wert ein. Aktien der Erste Group mussten ein Minus von 4,5 Prozent verbuchen und voestalpine verloren 3,7 Prozent an Wert. Wienerberger gaben um 3,4 Prozent nach, während Andritz und OMV jeweils rund drei Prozent abrutschten. (apa)