Die europäischen Börsen sind am Montag mit starken Verlusten in den Handel gestartet. Der Euro-Stxoxx-50 hielt gegen 9.25 Uhr mit einem Minus von 2,35 Prozent bei 3.877,24 Punkten. Der deutsche DAX büßte im Frühhandel 2,12 Prozent auf 14.259,01 Punkte ein. Moderater fielen die Verluste in London aus, der britische FTSE fiel um 0,97 Prozent auf 7.417,10 Punkte.

Belastet wurden die Märkte im Frühhandel von der Eskalation des Kriegs in der Ukraine und den vor diesem Hintergrund am Wochenende beschlossenen Wirtschaftssanktionen der USA und der EU gegen Russland. In der Nacht zum Montag hat die EU ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt, darunter ein Verbot von Transaktionen mit dem Finanzinstitut. Zudem werden alle Vermögenswerte der Bank in der EU eingefroren. Auch werden russische Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift ausgeschlossen.

"Geopolitische Faktoren einbeziehen"

Besonders stark unter die Räder kamen in Folge europaweit die Aktien großer Banken. So waren ING und BNP Pairbas mit Verlusten von um die sieben Prozent die größten Verlierer im Euro-Stoxx-50. Aktien der Deutsche Bank verloren ebenfalls rund sieben Prozent und waren das Schlusslicht im DAX. Im Wiener ATX waren RBI (minus 16,5 Prozent) und Erste Group (minus 8,4 Prozent) die mit Abstand größten Verlierer.

Mit Spannung erwartet wird auch, inwiefern die großen Notenbanken die negativen Wirtschaftsfolgen der Sanktionen in ihre geldpolitischen Entscheidungen einbeziehen. Bisher hatten angesichts hoher Inflationsraten Ängste vor gegensteuernden Zinserhöhungen die Börsen belastet, doch nun könnten die Zinsschritte moderater ausfallen.

"Die EZB hat bereits angekündigt, geopolitische Faktoren in ihre Überlegungen einzubeziehen. Dies könnte als erster Hinweis auf eine vorsichtigere Vorgehensweise verstanden werden", schreiben die Analysten der Helaba am Montag. Dennoch seien die Zinserwartungen bisher nur leicht zurückgegangen. Das gilt auch für die Erwartung anstehender Zinsschritte der US-Notenbank Fed, wenngleich einem großen Zinsschritt im März laut Helaba nur noch eine geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen wird.

Marktbewegende Wirtschaftsdaten stehen am Montag kaum an. In den USA wird am Nachmittag der PMI-Einkaufsmanagerindex für den Raum Chigaco erwartet. Die Analysten der Helaba erwarten für den Indikator nur einen kleinen Rückgang, allerdings kommen die Ereignisse in der Ukraine in dem Stimmungsbarometer auch noch nicht zum Tragen. (apa/dpa)