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Weltweites Abkommen gegen Plastikmüll rückt näher

UN-Resolution: Bis Ende 2024 soll rechtsverbindliche Konvention erarbeitet werden.

Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (Unea) hat konkrete Verhandlungen für ein rechtsverbindliches globales Plastik-Abkommen in die Wege geleitet. Ein entsprechender Resolutionsentwurf wurde am Mittwoch im Konsens verabschiedet. Im Versammlungsraum wurde anschließend laut applaudiert. Das UNO-Umweltprogramm (Unep) sieht die Resolution als eines der wichtigsten Umweltabkommen seit dem Pariser Klimavertrag an.

Gemäß der Unea-Entscheidung soll ein Verhandlungsausschuss bis Ende 2024 eine rechtsverbindliche Konvention erarbeiten. Laut Schätzungen der UNO werden mittlerweile jährlich 400 Millionen Tonnen Plastikmüll weltweit produziert. Die weltweite Kunststoffproduktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren verzwanzigfacht. Vielfach landet Plastik nach nur kurzem Gebrauch in der Natur, vor allem an Stränden und in den Meeren.

Die deutsche Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) bezeichnete die Resolution als "historisches Ergebnis": Zum ersten Mal habe sich die internationale Staatengemeinschaft darauf verständigt, gegen Plastikvermüllung vorzugehen. Auch Umweltschutzorganisationen sehen nach jahrelanger Arbeit einen Meilenstein erreicht. OceanCare-Geschäftsführerin Fabienne McLellan sah den Startschuss zu einem international verbindlichen Vertrag, der "der Plastikverschmutzung ein Ende setzen und das Problem an der Wurzel anpacken" werde.

Österreich führt Pfand und Mehrwegquote ein

Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) wies darauf hin, dass "ein Abkommen nur zählt, wenn es rechtsverbindlich ist, wenn alle Arten von Plastikmüll miteinbezogen sind und der gesamte Lebenszyklus von Plastik - also von der Produktion bis zum Zerfall in Mikroplastik - geregelt wird". In Österreich sieht das neue Abfallwirtschaftsgesetz vor, dass ab 2025 beim Kauf von Einweggetränkeverpackungen ein Pfand fällig wird. Die Kunden bekommen das Pfand wieder, sobald sie die Verpackung ins Geschäft zurückbringen. Schon ab 2024 kommt eine verbindliche Mehrwegquote schrittweise in die Geschäfte. Über einen Entwurf im Kampf gegen Mikroplastik wird gerade beraten.



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