Der deutsche Autobauer BMW lässt die Coronapandemie hinter sich. Die weltweit starke Autonachfrage und die hohen Preise für Neu- und Gebrauchtwagen lassen trotz der anhaltenden Halbleiterknappheit die Kassen klingeln: Gewinn und Umsatz lagen im vergangenen Jahr deutlich über den Werten des Vorkrisenjahres 2019. Unter dem Strich erwirtschaftete BMW nach Angaben vom Donnerstag einen Gewinn von knapp 12,5 Milliarden Euro, das war mehr als dreimal so viel wie vor Jahresfrist.

BMW habe die Transformation vorangetrieben und sei operativ erfolgreich, sagte Finanzchef Nicolas Peter. "Wir sind gut aufgestellt und blicken zuversichtlich nach vorn."

Die Dividende soll nun auf 5,80 Euro je Aktie erhöht werden - mehr als das Dreifache als die 1,90 Euro aus dem Vorjahr. Damit überholen die Münchener auch die Konkurrenz aus Stuttgart: Mercedes-Benz will fünf Euro je Aktie an Dividende zahlen. Zudem soll die BMW-Hauptversammlung über einen Aktienrückkauf entscheiden.

Der Umsatz bei BMW verbesserte sich um 12,4 Prozent auf 111,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen verwies auf einen günstigen Produktmix und die gestiegenen Preise, die dazu beigetragen hätten. Dabei spielt die Halbleiterkrise eine Rolle: Wegen der weltweiten Chipknappheit können Autobauer rund um den Globus nicht so viele Fahrzeuge herstellen wie geplant, zugleich ist die Nachfrage nach Autos stark. Das treibt die Preise in die Höhe, weil deutlich weniger Rabatte auf Neuwagen gegeben werden müssen. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden Autos teurer gehandelt. Die operative Gewinnmarge im Autogeschäft - eine Kerngröße für das Unternehmen - lag mit 10,3 Prozent am oberen Ende der selbst gesteckten Spanne.

Produktionsstopp im Grazer Magna-Werk

Ab Montag wird die Produktion der BMW-Modelle im Grazer Magna-Werk für zwei Wochen komplett eingestellt. Ursache sind fehlende Kabelbäume aus der Ukraine, hieß es am Donnerstag gegenüber der APA. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der Zeit Urlaube oder Überstunden aufbrauchen, manche werden auch über Kurzarbeit zu Hause bleiben. Ob es nach den zwei Wochen wieder weitergeht, ist noch nicht gesichert. In Graz wird der BMW 5er und der Z4 gebaut. (apa/reuters)