Der Euro hat am Dienstag seine vorsichtige Erholung vom Wochenbeginn fortgesetzt. In der Früh kostete die Gemeinschaftswährung 1,0980 US-Dollar und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,0960 Dollar festgesetzt.

An den Finanzmärkten haben neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine Hoffnungen auf eine Annäherung der Kriegsparteien aufkeimen lassen. Von einem Durchbruch kann bisher aber nicht gesprochen werden. Die Gespräche im Online-Format sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Bei Konjunkturdaten blicken Anleger auf die Konjunkturerwartungen des Mannheimer ZEW-Instituts. Infolge des Ukraine-Kriegs wird mit einem herben Stimmungseinbruch unter den befragten Finanzmarktexperten gerechnet. In den USA stehen Preisdaten von der Unternehmensebene an.

Nordseeöl fällt um mehr als 5 Dollar

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre deutlichen Abschläge vom Vortag ausgeweitet. Ein Fass der US-Sorte WTI kostete weniger als 100 US-Dollar (91,24 Euro). Im frühen Handel wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit 101,46 Dollar gehandelt. Das waren 5,44 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass West Texas Intermediate (WTI) fiel um 5,23 Dollar auf 97,78 Dollar.

Schon am Vortag waren die Ölpreise deutlich gefallen. Von ihren mehrjährigen Höchstständen, die sie im Zuge des Ukraine-Kriegs vor gut einer Woche markiert hatten, haben sich die Preise mittlerweile deutlich entfernt. Ein Fass Brent hatte in der Spitze rund 139 Dollar gekostet, ein Fass WTI war bis zu rund 130 Dollar wert gewesen.

Hintergrund der Preisabschläge sind zum einen neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine, die Hoffnungen auf eine Annäherung der Kriegsparteien aufkeimen lassen. Von einem Durchbruch kann bisher aber nicht gesprochen werden. Die Gespräche im Online-Format sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Chinas Corona-Kurs schadet

Einen weiteren Grund für die schwächeren Ölpreise sehen Beobachter in chinesischen Maßnahmen gegen neue Corona-Ausbrüche. Der scharfe Kurs, auch als "No-Covid-Strategie" bekannt, sieht weitgehende Lockdowns selbst bei kleineren Corona-Ausbrüchen vor. Der Kurs gilt als konjunkturschädlich. (apa/cgh/kmh)