Die EU-Regierungen wollen offenbar künftig gemeinsam Gas und Öl in Drittstaaten einkaufen. Das geht aus einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Entwurf für die Erklärung des EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag hervor. "Mit Blick auf den nächsten Winter werden die Mitgliedstaaten und die Kommission dringend ... beim gemeinsamen Kauf von Gas, LNG und Wasserstoff zusammenarbeiten", heißt es darin.

Die russische Invasion der Ukraine hat mit dazu beigetragen, dass die Energiepreise auf Rekordhöhen gestiegen sind. Zugleich will die EU ihre Energieimporte aus Russland möglichst schnell reduzieren. Deshalb soll mehr Flüssiggas etwa in Katar oder den USA eingekauft werden. Die Europäische Kommission hatte im vergangenen Jahr ein System vorgeschlagen, mit dem die EU-Länder gemeinsam strategische Gasvorräte kaufen können.

Grüner Wasserstoff im Visier

Grüner Wasserstoff aus den Vereinigten Arabischen Emiraten könnte für Österreich ein Teil der Lösung sein. Die für Rohstoffe zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) unterzeichnete eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Industrieminister der VAE, Sultan Bin Ahmad Sultan Al Jaber. Konkrete Pläne diesbezüglich sind aber noch vage.

Deutschland hatte jahrelang Pläne für einen gemeinsamen Einkauf über die EU abgelehnt. Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck verhandelte gerade in Katar, damit von dort mehr Flüssiggas für die geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel geliefert wird.

Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel. (apa, reuters)