Volkswagen baut seine zweite europäische Batteriezellfabrik in Spanien. Die Fabrik mit einer Produktionskapazität von 40 Gigawattstunden (GWh) im Jahr und mehr als 3.000 Mitarbeitern soll in Valencia an der Mittelmeerküste des Lands entstehen, wie der deutsche Konzern am Mittwoch ankündigte. Zusammen mit Partnern wolle Volkswagen dort mehr als sieben Milliarden Euro investieren.

Das Projekt, das noch unter dem Vorbehalt endgültiger Genehmigungen stehe, solle die gesamte Wertschöpfungskette der E-Mobilität umfassen. "Dieses Projekt ist von großer Bedeutung - für Volkswagen, für Spanien und für ganz Europa", sagte Technikvorstand Thomas Schmall. "Wir haben das Ziel, Spanien zu elektrifizieren und sind bereit, gemeinsam mit externen Lieferanten mehr als sieben Milliarden Euro in die Elektrifizierung unserer Werke Martorell und Pamplona und in die Lokalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette in Valencia zu investieren." Wayne Griffith, Chef der spanischen VW-Tochter Seat, erklärte, die mehr als 7 Mrd. Euro wären die größte Industrie-Investition in der spanischen Geschichte.

Sechs große Fabriken in Europa

Volkswagen will bis zum Ende des Jahrzehnts sechs große Fabriken in Europa an den Start bringen mit einer Kapazität von insgesamt 240 Gigawattstunden (GWh). Ihre Batterie-Aktivitäten hatte der Konzern vor Kurzem in einer separaten Gesellschaft zusammengefasst, um sie kapitalmarktfähig zu machen. Der Bereich soll bis zum Ende des Jahrzehnts einen Umsatz von voraussichtlich 20 Mrd. Euro erzielen.

Für den Bau der in Europa geplanten Zellfabriken und die Sicherung der nötigen Rohstoffmengen rechnet Schmall nach früheren Angaben mit Kosten von 25 bis 30 Mrd. Euro. Nur einen Teil davon will VW selbst stemmen. Allein 2 Mrd. Euro investiert der Autokonzern bis zum Hochlauf der Serienproduktion von Batteriezellen für das Volumensegment am Standort in Salzgitter. Dort ist Gotion Hightech aus China Partner. Valencia ist der zweite Batteriestandort von Volkswagen und der erste außerhalb Deutschlands. Den Bedarf an Premiumzellen deckt VW durch den schwedischen Batteriespezialisten Northvolt in Skelleftea.

Für eine weitere Zellfabrik kommt Osteuropa in Frage. Auch Niedersachsen macht sich Hoffnungen auf ein weiteres Batteriezellwerk. Northvolt hatte kürzlich den Bau einer Zellfabrik mit einer Leistung von 60 Gigawattstunden in Heide in Schleswig-Holstein angekündigt.

Batteriezellen-Fabrik in Italien

Der deutsch-französische Batteriezellen-Hersteller ACC will eine dritte Fabrik im italienischen Termoli aufbauen. Das teilte das Gemeinschaftsunternehmen der Autokonzerne Mercedes-Benz und Stellantis (Peugeot, Opel, Fiat) sowie des Energiekonzerns Total am Mittwoch in Paris mit. Entsprechende Vereinbarungen mit der italienischen Regierung zur Transformation des vormaligen Fiat-Standorts seien unterzeichnet.

Mit der geplanten industriellen Gesamtkapazität von 120 Gigawattstunden ist auch eine Erhöhung der Produktion an den bisherigen ACC-Standorten Billy-Berclau/Douvrin und Kaiserslautern verbunden. Sie sollen bis 2030 in der Lage sein, jährlich Zellen mit einer Kapazität von 40 Gigawattstunden herzustellen statt bisher 24 Gigawattstunden. Dies habe aber keine Auswirkungen auf die erwartete Investition oder Beschäftigung am Standort, erklärte ein Stellantis-Sprecher auf Nachfrage.

Die europäische Zellproduktion soll den Hochlauf der Elektromobilität sichern. ACC war 2020 gegründet worden. Mercedes-Benz ist dem Gemeinschaftsunternehmen nunmehr endgültig beigetreten. "Der Einstieg von Mercedes-Benz ist ein Vertrauensbeweis in unseren technologischen Fahrplan und in die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte", sagte ACC-Chef Yann Vincent laut einer Mitteilung.

(reuters)