Die EU-Kommission hat in Deutschland die Büros von mehreren Unternehmen aus dem Gassektor durchsucht. Die Kommission gehe dem Verdacht nach, dass die Unternehmen gegen Wettbewerbsregeln verstoßen haben und ihre Marktmacht missbraucht haben könnten, teilte die Kommission am Donnerstag mit.

Die Durchsuchungen hätten bereits am Dienstag stattgefunden. Im Visier seien Unternehmen, die im Bereich der Versorgung, des Transports oder der Speicherung von Erdgas tätig seien.

Namen nannte die Behörde nicht. Am Mittwoch habe die Kommission Büros des russischen Gasriesen Gazprom in Deutschland durchsuchen lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Visier der EU-Wettbewerbswächter

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte bereits im Januar Gasunternehmen, darunter auch Gazprom, befragt. Der russische Konzern war beschuldigt worden, zusätzliche Produktionskapazitäten zurückzuhalten, welche die derzeit stark steigenden Preise senken könnten.

Gazprom und der Kreml haben wiederholt das Zurückhalten von Gaslieferungen bestritten und erklärt, dass alle festen und langfristigen Verpflichtungen erfüllt werden.

Unternehmen, die gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen, müssen mit Geldstrafen von bis zu 10 Prozent ihres weltweiten Umsatzes rechnen. Gazprom hatte 2018 einer Geldstrafe vermieden, indem man sich nach einer Untersuchung bereit erklärt hatte, seine Preisvereinbarungen zu reformieren und Konkurrenten in Osteuropa den Weg zu ebnen. (apa/Reuters)