Überschattet von den Folgen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs in der Ukraine beginnen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank ihre jährliche Frühjahrstagung. Zentrale Themen bei den Beratungen ab Montag dürften die Bekämpfung der Inflation, die Entwicklung der Weltwirtschaft, der Kampf gegen die Pandemie und das Verhindern einer neuen Hungerkrise in ärmeren Ländern sein.

Die Tagung bringt Finanzminister, Zentralbanker, Beamte sowie Finanz- und Entwicklungsexperten aus aller Welt zusammen. Österreichs Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) reist am Donnerstag nach Washington. Dieser verwies heute auf die Leistungen Österreichs: "Im März hat die Weltbank bereits angekündigt, 645 Millionen Euro für Kredite und Hilfen in der Ukraine zur Verfügung zu stellen, Österreich beteiligt sich mit 10 Millionen Euro an diesem Programm."

Eine weitere Milliarde Sofortunterstützung

Mittlerweile sei das Programm auf über 900 Mio. ausgeweitet worden. Eine weitere Milliarde an Sofortunterstützung sei diese Woche im Rahmen der IDA (International Development Association) mit Zustimmung aller Geber, darunter auch Österreich, zugesagt worden "Damit unterstützen wir die Hilfe vor Ort und geben der ukrainischen Regierung trotz der aktuellen schwierigen Lage eine Finanzierungsmöglichkeit auf den internationalen Märkten", so der Finanzminister.

Österreich habe traditionell langjährige Erfahrungen bei Finanzierungen in Osteuropa "und wir werden als Politik unterstützen wo wir können, um der Ukraine auch in der Phase nach dem Krieg zu helfen", so Brunner, der in Washington unter anderem mit dem Managing Director der Weltbank, Axel van Trotsenburg, zusammentreffen wird. Aktuell würden im Wiener Office der Weltbank auch rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Büros in der Ukraine arbeiten.

Neben dem Krieg in der Ukraine werde das Treffen in Washington auch unter dem Eindruck der global hohen Inflationsraten stehen. Aus Deutschland nehmen unter anderem Finanzminister Christian Lindner (FDP), Bundesbankchef Joachim Nagel und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) teil. Das internationale Treffen in Washington findet teils als Präsenzveranstaltung und teils online statt. Auch hochrangige Politiker aus der Ukraine werden erwartet. (dpa-AFX)