Die europäischen Börsen haben sich am Montagnachmittag leicht von ihren Verlusten erholt, lagen aber immer noch deutlich im Minus. Der Euro-Stoxx-50 hielt gegen 14.45 Uhr mit einem Abschlag von 1,34 Prozent bei 3.788,45 Punkten. Der deutsche DAX fiel um 1,02 Prozent auf 13.988,14 Zähler. Der britische FTSE verlor 1,65 Prozent auf 7.397,58 Punkte.

Der Wahlsieg des amtierenden französischen Präsidenten Emanuel Macron bei den Stichwahlen am Sonntag wurde an den Märkten zwar mit Erleichterung aufgenommen, war aber weitgehend erwartet worden und wirkte sich daher nicht positiv aus. Belastet wurden die Märkte hingegen international weiter von den Lockdowns in China, den Sorgen wegen des Ukraine-Kriegs und den Ängsten vor Inflation und damit auch Zinserhöhungen.

Selbst die Wall-Street-Leitindexe gingen am Montag schwächer an den Start. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 79,75 Punkte und somit um 0,24 Prozent auf 33.731,65 Punkte. Der S&P 500 startete mit 16,44 Punkten, also 0,38 Prozent, Verlust bei 4.255,34 Punkten. Der Nasdaq Composite hingegen fiel um 90,12 Punkte, also um 0,70 Prozent, auf 12.749,17 Punkte.

Auch ein gut ausgefallener ifo-Index konnte die Verluste am Vormittag nicht bremsen. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich laut dem Index trotz des Ukraine-Kriegs überraschend etwas aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im April auf 91,8 Punkte nach 90,8 Zählern im März. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 89,1 Zähler gerechnet.

Starke Einzelimpulse

Für Impulse sorgten auch einzelne Unternehmensergebnisse. So büßten Philips nach Meldung von Zahlen 10,3 Prozent ein und waren damit die größten Verlierer im Euro-Stoxx-50. Der niederländische Medizintechnikkonzern hat weiter mit Problemen in der Lieferkette zu kämpfen. Höhere Kosten sowie weitere Rückstellungen für den Rückruf und den Austausch bestimmter Beatmungsgeräte führten im ersten Quartal zu einem höheren Verlust, wie das Unternehmen mitteilte. Der Fehlbetrag im fortgeführten Geschäft stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 34 Mio. auf 152 Mio. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank um ein Drittel auf 243 Mio. Euro.

Valneva büßten an der Pariser Euronext-Börse 15,1 Prozent ein. Der Impfstoff-Forscher hatte zuvor mitgeteilt, dass der Ausschuss CHMP der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für den Corona-Impfstoff noch kein grünes Licht für die Zulassung gegeben habe. Stattdessen seien mehr Daten angefordert worden.

Schwach zeigten sich europaweit auch Rohstoffwerte. So fanden sich im britischen FTSE die Aktien von Minenkonzern wie Anglo American (minus 6,5 Prozent) unter den größten Verlierern. Der Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann verwies auf die zum Wochenstart deutlich gesunkenen Metallpreise. Er führt dies auf Nachfrage-Sorgen in China im Zuge der Corona-Pandemie zurück, die nun zu einer generell hohen Risikoaversion beitrügen.

Auch die Rohölpreise und damit Aktien von Ölkonzernen litten unter der Erwartung eines Nachfragerückgangs aus China. So fanden sich in London auch BP (minus 4,9 Prozent) und Shell (minus 3,8 Prozent) unter den Verlierern. Gegen den Trend gesucht waren in dem schwachen Börsenumfeld als defensiv angesehen Versorgerwerte. So fanden sich RWE mit einem Plus von 1,1 Prozent an der Spitze im DAX. (apa / reuters)