Der russische Energieriese Gazprom hat im abgelaufenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt, wegen der westlichen Sanktionen allerdings die Erwartungen für das Jahr 2022 gesenkt. "Der für das Finanzergebnis wichtigste Faktor waren die Preissteigerungen für Öl und Gas", teilte das mehrheitlich staatliche Unternehmen in seiner Pressemitteilung mit. Demnach konnte Gazprom im vergangenen Jahr 2,09 Billionen Rubel (rund 27,5 Milliarden Euro) Gewinn erzielen - ein Rekord.

Allerdings lag das Ergebnis im vierten Quartal 2021 trotz der kräftig gestiegenen Rohstoffpreise deutlich unter den Prognosen. Gazprom begründete dies mit Abschreibungen seiner europäischen Vermögenswerte vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen.

Gasförderung dürfte sinken

Die Krise im Verhältnis zum Westen beeinflusst auch die Geschäftsaussichten des Konzerns im Jahr 2022. Hier erwartet Gazprom einen Rückgang der Förderung. Die Produktion dürfte 2022 um rund 4 Prozent auf 494,4 Milliarden Kubikmeter sinken, sagte Vizechef Witali Markelow einem Magazin des Unternehmens am Donnerstag. Damit würde sie auf den niedrigsten Stand seit 2017 fallen, als 471 Milliarden Kubikmeter gefördert wurden. Einzelheiten nannte Markelow nicht.

Wegen des Streits mit der EU um die Umstellung der Gaszahlungen auf Rubel hat Russland bereits die Lieferungen nach Polen und Bulgarien eingestellt. Zudem versuchen die europäischen Länder im Zuge des Ukraine-Krieges ihre Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren. (apa)