Der Chipkonzern Broadcom will sein Software-Geschäft mit der Übernahme des Cloud-Spezialisten VMware verstärken. Broadcom bietet 142,5 Dollar pro Aktie, wie die US-Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Damit würde VMware insgesamt mit rund 61 Milliarden Dollar (57 Milliarden Euro) bewertet. Broadcom übernimmt zudem 8 Milliarden Dollar an Schulden von VMware. Der Deal soll in Broadcoms nächstem Geschäftsjahr abgeschlossen werden.

VMware ist auf cloud-basierte Software für Unternehmen spezialisiert und gehörte bis zur Abspaltung im vergangenen Jahr mehrheitlich zum US-Computerkonzern Dell Technologies. Dessen Gründer Michael Dell und die Investmentgesellschaft Silver Lake, die bis jetzt noch 40,2 und 10 Prozent an VMware halten, stünden ebenfalls hinter der Transaktion, hieß es nun in der Mitteilung. Broadcom gibt VMware-Aktionären die Wahl, den Kaufpreis in bar oder in eigenen Aktien zu erhalten.

Mit der bisher größten Übernahme eines Chipkonzerns setzt Broadcom seine Einkaufstour der letzten Jahre fort. Dabei stand zuletzt vor allem Software im Fokus. So übernahm Broadcom 2018 bereits für rund 19 Milliarden Dollar den Firmensoftware-Anbieter CA Technologies und im Jahr darauf das Unternehmenssicherheitsgeschäft von Symantec. Der VMware-Deal würde das Software-Geschäft von Broadcom abermals deutlich vergrößern, auf fast die Hälfte des Konzernumsatzes.

Broadcom lässt sich den Zukauf, dem Aktionäre und Aufsichtsbehörden noch zustimmen müssen, einiges kosten. Das Angebot liegt 44 Prozent über VMwares Schlusskurs vom 20. Mai. Das war der letzte Handelstag, bevor US-Medien erstmals über Übernahmeverhandlungen berichteten. Die offizielle Ankündigung des Deals am Donnerstag war am Finanzmarkt dann keine große Überraschung mehr und wurde von Anlegern gelassen aufgenommen. Broadcoms Aktien notierten vorbörslich kaum verändert und auch bei VMware gab es zunächst wenig Kursbewegungen. (APA/dpa-AFX)