Budapest/Wien. Die Pipeline Turkstream war eine Woche wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Nun liefert sie wieder Erdgas aus Russland über die Türkei, Bulgarien und Serbien nach Ungarn, sagte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto laut Nachrichtenagentur MTI. Die Pipeline werde sicherstellen, dass Ungarn die gesamte Gasmenge erhalte, die im Rahmen des im September letzten Jahres mit Russland geschlossenen langfristigen Abkommens zu liefern sei, sagte er.

Szijjarto wies darauf hin, dass die russischen Gaslieferungen nach Westeuropa aufgrund der von Russland behaupteten "Wartungsschwierigkeiten" bei der Pipeline Nord Stream 1 zurückgegangen seien, und dass Ungarn derzeit etwa die Hälfte der üblichen Gasmenge über Österreich erhalte. Die fehlenden 1,3 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag könnten problemlos auf dem Markt beschafft werden, sagte er.

"Versorgungssicherheit nicht gefährdet"

"Die ungarische Versorgungssicherheit ist in keiner Weise gefährdet", sagte er und auch die Auffüllung der Gasspeicher schreite voran. Die Reserven lägen bereits bei 23 Prozent des Jahresbedarfs.

Auch die Rohöllieferungen über die Friendship-Pipeline seien stabil und sicher.

In der Zwischenzeit arbeite die Regierung mit "Volldampf" an der Vorbereitung der Aufrüstung des Kernkraftwerks Paks, sagte er. Szijjarto sagte, er werde am Freitag in Istanbul mit dem Vorstandsvorsitzenden des russischen Energieriesen Rosatom zusammentreffen, um die Lage zu besprechen. "Das Ziel ist es, die neuen Blöcke bis 2030 in Betrieb zu nehmen", sagte er.

"Während Europa vor ernsten Herausforderungen im Bereich der Energiesicherheit steht, ist die Energieversorgung Ungarns stabil und sicher", so der Außenminister. (apa)