Mercedes-Benz stellt in seinen Montagewerken die Weichen für den Umschwung zu Elektroautos bis zum Ende des Jahrzehnts. Entsprechend der Luxusstrategie werden die drei deutschen Fabriken und das ungarische Werk auf die drei Modellklassen "Entry", "Core" und "Top End" ausgerichtet, wie der Stuttgarter Autobauer am Mittwoch mitteilte.

Ab 2025 soll Sindelfingen, die Heimat der Luxuslimousine S-Klasse und des elektrischen Pendants EQS, Leitwerk für elektrische Spitzenmodelle sein. Die Werke Bremen und Kecskemét in Ungarn stellten die Mittelklasse-Modelle her, in Rastatt und Kecskemét werden ab 2024 die kleineren Fahrzeuge gefertigt. "Wir sind bereit für die schnelle Skalierung der elektrischen Fahrzeugvolumina", erklärte Produktionschef Jörg Burzer.

Mehr als 2 Milliarden Euro Investitionen

Die Schwaben investieren bis 2026 mehr als zwei Milliarden Euro in die europäischen Standorte. Die neue "europäische Produktionsordnung" sei mit dem Betriebsrat vereinbart worden, erklärte der Autobauer weiter. Dabei seien auch Maßnahmen zu einer noch flexibleren und effizienten Produktion ausgehandelt worden. Betriebsratschef Ergun Lümali sagte, für die Mitarbeiter bedeute das Sicherheit und Perspektive. "Das Gleiche erwarten wir auch für unsere Powertrain-Standorte. Dafür werden wir uns als Betriebsrat weiter konsequent einsetzen."

In den Powertrain- oder Antriebswerken werden Komponenten, Motoren und Getriebe gefertigt. Sie müssen sich viel stärker als die Montagewerke im Zeitalter des Elektroautos verändern, da für E-Autos weniger Arbeitskräfte gebraucht werden als für Verbrennermodelle. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte bei einer Reuters-Veranstaltung in München, die Umstellung dieser Werke dürfte noch zehn Jahre oder länger dauern. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das auf eine geordnete Art und Weise schaffen." Unter dem Strich werde die Beschäftigung dort in Zukunft geringer sein, bekräftigte er. (apa/reuters)