Der russische Staatskonzern Gazprom hat gegenüber den deutschen Gasversorgern Uniper und RWE die verringerten Lieferungen mit höherer Gewalt - "Force Majeure" - begründet. Ob Gazprom Export dies auch gegenüber der OMV getan hat, ließ der heimischen teilstaatliche Öl- und Gaskonzern am Dienstag auf APA-Anfrage offen.

"Wir bitten um Verständnis, dass wir über die operative Kommunikation in der Vertragsbeziehung keine Auskunft geben können. Die OMV geht jedenfalls davon aus, dass die geplanten Wartungsarbeiten der Nord Stream 1 Pipeline planmäßig abgeschlossen werden und der Gastransport danach wieder aufgenommen wird", hieß es in einem schriftlichen Statement.

Unter "Force Majeure" wird ein von Außen kommendes, unvorhersehbares Ereignis verstanden, welches außerhalb der Kontrolle der Vertragsparteien liegt. Darunter können beispielsweise Krieg, Naturkatastrophen oder Pandemien fallen, die dazu führen, dass eine Leistung nur unzureichend oder gar nicht erfüllt werden kann.

Schon vor der jetzigen Wartung von Nord Stream 1 hatte Gazprom die Lieferungen auf 40 Prozent gedrosselt und dies mit einer fehlenden Turbine begründet. Von der Turbine hängt laut Gazprom die verlässliche Arbeit von Nord Stream 1 und die Versorgung der europäischen Verbraucher ab. Das deutsche Wirtschaftsministerium sagte, die Turbine sei als Vorwand genutzt worden. Die Turbine sei eine Ersatzturbine. (apa)