Die europäischen Satellitenbetreiber Eutelsat und OneWeb wollen sich zusammenschließen. Eine Grundsatzvereinbarung über einen Aktientausch, bei dem OneWeb mit 3,4 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) bewertet werde, sei unterzeichnet worden, bestätigten die beiden Unternehmen am Dienstag.

Die Aktionäre der britischen OneWeb, allen voran der Staat und der indische Unternehmer Sunil Bharti Mittal, sollen 50 Prozent an dem fusionierten Konzern bekommen. Größter Aktionär von Eutelsat ist der französische Staat, aber auch China hält Anteile an dem an der Pariser Börse gelisteten Unternehmen.

Eutelsat war 2021 bei OneWeb eingestiegen und ist mit 23 Prozent schon jetzt zweitgrößter Anteilseigner. Fast drei Viertel des OneWeb-Aktionariats hätten sich hinter die Fusion gestellt, erklärten die Franzosen.

Eutelsat und OneWeb ergänzten sich gut und könnten deshalb auf Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro hoffen, hieß es in der Mitteilung. Während die 36 Eutelsat-Satelliten die Erde auf einer hohen geostationären Umlaufbahn (GEO) umkreisen, sind die 648 OneWeb-Satelliten auf einer erdnahen Umlaufbahn (LEO) unterwegs.

Eutelsatz sieht durch Übernahme Vorteile

Eutelsat verspricht sich von der Übernahme Vorteile im Rennen um den Ausbau kommerzieller Satellitennetze, nachdem die russische Raumfahrtindustrie ins Abseits geraten ist. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit Starlink des Tesla- und SpaceX-Gründers Elon Musk und dem "Project Kuiper" von Amazon. Vorstandschefin Eva Berneke, die Eutelsat auch nach der Fusion führen soll, sprach von einem Paradigmenwechsel für die Branche.

An der Börse kam die Transaktion aber denkbar schlecht an: Eutelsat-Aktien brachen den zweiten Tag in Folge um 16 Prozent ein. Das hochprofitable französische Unternehmen will nach der Fusion zwei Jahre lang keine Dividende zahlen. Der britische Staat hatte OneWeb 2020 mit einer Finanzspritze vor der Pleite gerettet. Gemeinsam erwarten die beiden Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von rund 700 Millionen. (reuters)