Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals im Streit um höhere Löhne hat am Mittwoch mitten in der Ferienzeit zur Streichung von rund 1.000 Flügen der Lufthansa geführt. Betroffen sind auch 19 AUA-Flüge, darunter alle Verbindungen zwischen Wien und Frankfurt sowie München. An den betroffenen Flughäfen sei es aber ruhig, weil Reisende im Voraus informiert worden und deshalb gar nicht erst angereist seien, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Auch ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport sagte, es herrsche in den Terminals geregelter Betrieb. Die Gewerkschaft Verdi appellierte erneut an die Lufthansa, ein verbessertes Tarif-Angebot auf den Tisch zu legen.

"Lufthansa muss an den Drehkreuzen in Frankfurt und München für Mittwoch nahezu das gesamte Flugprogramm absagen", hatte die Airline bereits am Dienstag mitgeteilt. Dies sei auch so umgesetzt worden, sagte eine Sprecherin. Der von der Gewerkschaft Verdi angekündigte Warnstreik hatte damit in der Hauptreisezeit massive Auswirkungen. Von dem Ausstand, der bis Donnerstag 6.00 Uhr dauern soll, sind auch die Lufthansa-Töchter Swiss und Austrian Airlines (AUA) betroffen.

AUA betroffen

Wie die AUA vor Streikbeginn mitteilte, sind rund 2.100 Passagiere der österreichischen Lufthansa-Tochter betroffen. Konkret werden am Mittwoch alle 18 Austrian-Airlines-Flüge zwischen Wien und Frankfurt sowie München gestrichen, ein weiterer Flug am Donnerstag. Verbindungen zwischen Wien und anderen Flugzielen in Deutschland bleiben aufrecht.

Verdi hatte den Warnstreik mit einem unzureichenden Angebot des Arbeitgebers begründet. Die Gewerkschaft fordert für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten der Lufthansa 9,5 Prozent mehr Lohn oder mindestens 350 Euro mehr im Monat. Das bisherige Lufthansa-Angebot summiert sich nach Angaben von Verdi auf ein Plus von 5,5 Prozent. Das genügte der Gewerkschaft angesichts einer Inflationsrate von sieben Prozent nicht.

"Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite Lufthansa hat nicht ausgereicht, um die Streiks abzuwenden", bekräftige ein Verdi-Vertreter. Lufthansa habe auch nicht in den letzten Tagen nachgebessert. "So sehen sich die Beschäftigten heute gezwungen zu streiken."

"Trauriger Tag"

"Das ist heute ein trauriger Tag für alle Menschen, die reisen wollten, die lange Urlaub geplant haben, die auf Urlaub gewartet haben", sagte dagegen ein Lufthansa-Sprecher. Ziel der Airline bleibe es, eine Einigung mit Verdi zu erreichen.

Lufthansa-Kunden müssen aber zumindest bis zur nächsten Gesprächsrunde in der kommenden Woche keine weiteren Aktionen der Gewerkschaft Verdi fürchten. Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle sagte am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" auf eine entsprechende Frage: "Das kann ich ausschließen." Verdi und die Lufthansa wollen wieder am 3. und 4. August über Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 20.000 Bodenbeschäftigten sprechen. Behle verteidigte zudem die Länge des Warnstreiks von mehr als 24 Stunden: Man versuche, alle Beschäftigten einzubeziehen. (apa)