Ab Dienstag, 2. August, treten die MiFID-II-Richtlinien der EU in Kraft. Das heißt, künftig müssen Anleger von ihren Beratern zu Nachhaltigkeitswünschen befragt werden. Fragen wie "Wissen Sie, ob Sie Umweltzerstörung oder Kinderarbeit finanzieren?" und "Was ist für Sie nachhaltig?" werden dann Teil des Kundengesprächs sein. Beraterhaftung inklusive. Neben Renditechancen und Risiko geht es in Zukunft also auch um Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Überwacht werden die Vorgaben von den Wertpapieraufsichtsbehörden. Im Vordergrund steht Verbraucherschutz und die Reduzierung von Greenwashing. Unternehmen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit und bereits nachhaltige Unternehmen sollen dadurch echte Unterstützung erhalten, heißt es in der Verordnung. "Der Übergang zu einer CO2-armen Kreislaufwirtschaft ist von entscheidender Bedeutung, um die Wirtschaft der Union langfristig wettbewerbsfähig zu halten."

Hinweis sorgt für Wachstum

Für die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) sind die neuen Vorgaben keine große Umstellung. Schon seit längerem werden Kunden zu Nachhaltigkeitswünschen befragt. Michaela Keplinger-Mitterlehner, Generaldirektor-Stellvertreterin sagt: "Nachhaltigkeit ist in der Geldanlage schon länger weit mehr als ein Trend. Unsere Kunden legen auf dieses Thema einen immer größeren Stellenwert." Der aktive Hinweis in Richtung nachhaltige Geldanlage werde für weiteres Wachstum sorgen.

Auch die Umweltschutzorganisation WWF sieht die EU-Vorgaben positiv: "Nehmen Anlageberater die Anliegen ihrer Kunden in Sachen Klima- und Naturverträglichkeit nicht ernst, können sie dagegen klagen. Greenwashing wird dadurch deutlich erschwert" sagt Jakob Mayr, Experte für nachhaltige Finanzen beim WWF.