Rekordzahlen konnte die Gaming-Branche in den vergangenen Jahren zuhauf vermelden. Die Pandemie drängte die Menschen in die eigenen vier Wände. Videospiele boomten, Gaming-Portale verzeichneten einen enormen Ansturm, der japanische Videospielkonzern Nintendo schwamm in einem Rekordüberschuss.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Zuletzt machte sich eine allgemeine Abschwächung im Geschäft der Videospiele-Industrie bemerkbar. Wie auch andere Branchen kämpfen die Unternehmen gegen Engpässe bei Chips und anderen Bauteile. So etwa Nintendo - der Konzern steckt hinter Kultreihen wie "Pokemon" und Super Mario.

Die Nachfrage nach seinen Produkten bezeichnet Nintendo derzeit zwar als stabil. Aktuell kann die Produktion jedoch wegen fehlender Halbleiter nicht mithalten. Die Japaner haben im vergangenen Quartal (April bis Juni 2022) daher deutlich weniger Spielekonsolen verkauft.

Switch-Absatz fiel im Jahresvergleich um 23 Prozent

Der Absatz der Spielekonsole Switch fiel im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 3,43 Millionen Geräte. Das hatte Folgen für die Erlöse, auch wenn der Rückgang zum Teil vom schwachen Yen abgefedert wurde. Der Umsatz sank im Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 4,7 Prozent auf knapp 307,5 Milliarden Yen (2,3 Milliarden Euro), wie die Japaner am Mittwoch mitteilten. Inzwischen ist die Switch-Spielekonsole seit sechs Jahren im Handel und konkurriert mit der Playstation von Sony und der Xbox von Microsoft.

Auch Sony meldete für das vergangene Geschäftsquartal Rückgänge in seinem Playstation-Geschäft. Japans Elektronikriese erwartet Einbußen in seinem Spielegeschäft und kappte daher auch bereits seine Gewinnprognose. Der Vorstand des Konzerns peilt im Bilanzjahr 2022/23 einen Betriebsgewinn von 1,11 Billionen Yen (8,02 Milliarden Euro) an und damit 4 Prozent weniger als zuletzt, wie der Nintendo-Rivale mitteilte. Für seine Gaming-Sparte reduzierte Sony seine Gewinnprognose sogar um 16 Prozent.

Rückläufige Trends gab es auch bei Microsoft: Im Gaming-Geschäft rund um die Spielekonsole Xbox verbuchte Microsoft nach dem Wachstum zu Beginn der Pandemie einen Umsatzrückgang von sieben Prozent im vergangenen Quartal. Microsoft will das Gaming-Geschäft nun stärken und greift für 69 Milliarden Dollar nach dem "Call of Duty"-Entwickler Activision Blizzard.