Die skandinavische Fluggesellschaft SAS ist bei ihrer Sanierung einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Das Unternehmen teilte in der Nacht auf Sonntag mit, dass es sich mit dem Investor Apollo Global Management auf eine Finanzspritze über 700 Millionen Dollar (680 Mio. Euro) verständigt habe, um das Insolvenzschutzverfahren zu überstehen. Das Management geht nun davon aus, den Restrukturierungsprozess in neun bis zwölf Monaten abzuschließen.

Bis Ende September solle die gerichtliche Genehmigung für das frische Kapital vorliegen. Der Vereinbarung vorausgegangen war Mitte Juli eine Einigung im Tarifstreit mit den Piloten, die Lohnkürzungen und einer Erhöhung der Arbeitszeit zustimmten. Der 15-tägige Pilotenstreik hatte die Zukunft der Airline, die bereits zuvor aufgrund der Billig-Konkurrenz unter Druck stand, infrage gestellt. SAS hatte wegen des Arbeitskampfs 3.700 Flüge gestrichen, betroffen waren davon 380.000 Passagiere. Die Kosten hätten sich auf mehr als 145 Millionen Dollar summiert.

Größte SAS-Eigner sind Schweden und Dänemark mit Anteilen von jeweils 21,8 Prozent. Dänemark hat zugesagt, einen Teil der Schulden von SAS abzuschreiben und einen Teil in Eigenkapital umzuwandeln sowie neues Geld zuzuführen, wenn sich auch private Investoren beteiligen. Schweden befürwortet eine Umschuldung, lehnte aber weitere Finanzspritzen ab. (apa)