Drei lange Jahre ist es her, dass sich Ende August 2019 insgesamt 373.000 Gaming-Fans durch die Hallen der Koelnmesse schoben, vorbei an den Ständen der verschiedensten Hersteller aus aller Welt, die bei der Gamescom ihre neuesten Computer- und Videospiele vorstellten. Jetzt ist es aber wieder soweit: Von 23. bis 28. August findet die - gemessen an Ausstellungsfläche und Besucheranzahl - größte Gaming-Messe der Welt wieder live in Köln statt und nicht so wie in den vergangenen zwei Jahren ausschließlich virtuell.

Die Fans wird es freuen, war doch die Kritik recht groß an den Corona-bedingt rein digitalen Auflagen 2020 und 2021. Die Studios präsentierten nämlich sehr wenig an neuen Inhalten oder verzichteten teilweise sogar ganz auf die Teilnahme an der Messe, und auch mit den Livestreams wurden nicht alle Bildschirmspieler so richtig warm.

Trotzdem setzt der Verband der deutschen Games-Branche, der seit 2018 die Gamescom veranstaltet, bei der heurigen Rückkehr in die Koelnmesse auf ein Hybridkonzept, bei dem Vor-Ort-Erlebnis und digitale Angebote kombiniert werden. Die Gamescom in Köln gibt es seit dem Jahr 2009, damals löste sie die Games Convention in Leipzig ab, die der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) mitveranstaltet hatte. Auch nach dem Wechsel nach Köln blieb der BIU noch mehrere Jahre verantwortlich für die Gamescom.

Ein eigener Stand für Retro-Games

Prägend für das Wesen der Messe ist neben der Teilung in einen öffentlichen Bereich für das allgemeine Publikum (Entertainment Area) und einem geschlossenen Teil für Fachbesucher wie Händler und Entwickler (Business Area) jene Sonderschau, die womöglich mehr Besucher anziehen könnte als die neuen Spiele: das Retro Gaming. Auf dem Gemeinschaftsstand, den das Wandermuseum "Haus der Computerspiele" koordiniert, zeigen mehrere Dutzend Sammler, Vereine, Bastler, Entwickler und Künstler führen durch 50 Jahre Videospiel.

Zu den Ausstellern gehören auch Pioniere der Spielebranche wie Factor 5, Sensible Software, Hewson Consultants, Chris Hülsbeck oder Petro Tyschtschenko. An mehr als 200 Bildschirmen kann man historische Spielsysteme wie Atari 2600, Commodore 64 oder SNES ausprobieren, teilweise mit neu entwickelten Spielen. Es gibt Vitrinenschauen, Arcade-Automaten und Bildergalerien. Auf einer kleinen Bühne werden Interviews, Vorträge, Quizrunden und Livemusik von Chiptunes-Künstlern geboten. Seinen Ursprung hat dieser Retro-Bereich, der im Laufe der Jahre zu einem der größten Stände der Gamescom gewachsen ist, noch auf der Games Convention in Leipzig.

Aber natürlich wollen viele Besucher auch die neuen Spiele sehen. Die präsentieren rund 1.100 Aussteller aus 53 Ländern; auch im Indie-Bereich, wo sie viele Anbieter wie nie zuvor vertreten sein werden. Neben dem vielfältigen Publikumsprogramm findet im Rahmen der Gamescom auch die wichtige Entwicklerkonferenz Devcom statt.(red.)