Diesen Beschluss gab das Handelsgericht gestern Nachmittag bekannt. Dem Gericht lagen zwei Anträge vor: Ein Konkursantrag der Bankenaufsicht (Finanzprokuratur) und ein Antrag auf Verhängung der gerichtlichen Geschäftsaufsicht der Bank selbst, mit dem das kleine Geldinstitut einem Konkurs entkommen wollte. Dieser Geschäftsaufsichtsantrag wurde abgewiesen. Grund für den Konkurs der Trigon Bank sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Das Ausmaß der Überschuldung wurde - je nach Bewertung der Gutachter - zwischen 80 Mill. und 270 Mill. Schilling angegeben.

Das Finanzministerium hatte der Bank per Bescheid vom 25. Oktober 2000 die Fortführung des Geschäftsbetriebs vorläufig untersagt. Mit einer Beschwerde dagegen war der Vorstand vor den Höchstrichtern abgeblitzt. Seit 27. Oktober durfte das Geldinstitut somit weder Einlagen entgegennehmen noch auszahlen. Kleine Sparer wurden an die Einlagensicherung verwiesen: Spar- und Kontoguthaben von Privatpersonen bis zu einem Betrag von 20.000 Euro (275.206 Schilling, inklusive Zinsen) pro Person sind bei der Einlagensicherung der Banken und Bankiers gesichert. In der Einlagensicherung, die bisher für die Auszahlung nicht aktiv werden konnte, sind bisher mehr als 1.400 Anträge von Trigon-Sparern eingelangt.

Die Trigon Bank war jahrelang durch die Gewährung besonders hoher Zinsen aufgefallen. Die Eigentümerschaft gab der Öffentlichkeit bis zuletzt Rätsel auf, als "Alteigentümer", die auch neue Eigenmittel zuführen würden, wurden noch Ende 2000 wiederholt u.a. Robinco und PLES genannt.