Immer wieder tauchen in den Sozialen Medien Fotos von Kornkreisen auf. Besonders stark verbreitet sind sie in der südenglischen Grafschaft Wiltshire. Während die Online-Community sich daran ergötzt, darüber zu rätseln, wer - womöglich Außerirdische? - sie geschaffen hat, verärgern sie diejenigen, auf deren landwirtschaftlichen Flächen sie gemacht worden sind. Denn was die manche schön oder spannend finden, bedeutet für sie einen realen Verlust, den die britische Zeitung "Guardian" nun errechnet hat: Demnach sind allein in den Jahren 2018 bis 2022 englischen Bauern durch 92 Kornkreise unterschiedlicher Größe Ernteausfälle im Wert von rund 30.000 Pfund erwachsen. Die betroffene Fläche entsprach demnach mehr als 40 Fußballfeldern.

Die Menge an Weizen und Gerste, die dabei plattgedrückt wurde, entsprach insgesamt rund 300.000 Brotlaiben, und die platt gedrückten Rapssamen hätten 600 Liter Rapsöl ergeben. "Sie haben den gesamten Weizen zerstört, ungefähr drei oder vier Tonnen", wird Landwirt George Hosford zitiert. Er weiß genau, wem er das zu verdanken hat: "Natürlich glaube ich nicht, dass dieser Mist von Außerirdischen gemacht wird. Es sind Menschen, die Seile, Bretter und Leitern verwenden, um Teile der Ernte zu glätten." Weizen eigne sich besonders, weil er fein und aufrecht sei. Schaden entsteht auch dadurch, dass Schaulustige auf dem Feld herumtrampeln. Fotos der Kornkreise und ihre Standorte tauchen oft schon nach kurzer Zeit im Internet auf.

Angesichts der steigenden Getreidepreise infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine waren die Kornkreise zuletzt stärker in die Kritik geraten. An den Londoner Terminbörsen ist der Preis pro Tonne Weizen seit 2021 um 30 Prozent gestiegen und der Preis für Gerste um fast 40 Prozent. (apa/dpa)