Der Sieg der Postfaschisten bei der Parlamentswahl in Italien macht Devisenanleger nervös. Der Euro fällt um 1,3 Prozent auf ein 20-Jahres-Tief von 0,9565 Dollar. "Auch wenn sich das Rechtsbündnis offiziell zur EU bekennt, der politische Gegenwind aus Italien wird größer werden", warnt Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Die europäische Energiekrise, Rezessionsrisiken und nun auch noch ein seit dem zweiten Weltkrieg historisch einmaliges Rechtsbündnis in Italien begraben die Hoffnungen auf eine rasche Erholung des Euro."

Rezessionsangst und starker Dollar drücken Rohstoffe

 Aus Furcht vor einer sinkenden Nachfrage wegen der drohenden Rezession ziehen sich Anleger aus Rohstoffen zurück. Außerdem macht die aktuelle Stärke des Dollar diese Anlageklasse für Investoren außerhalb der USA unattraktiver. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee, Kupfer und Gold verbilligen sich um bis zu 1,3 Prozent auf 85,60 Dollar je Barrel, 7333 Dollar je Tonne 1636 Dollar je Feinunze. 

Der Dollar profitiert schon seit längerem als sichere Alternative von den vielen krisenhaften Entwicklungen auf der Welt, insbesondere dem Ukraine-Krieg. Der Euro wird vor allem durch die Energiekrise in Europa belastet. Der Wahlausgang in Italien, wo politisch rechte Kräfte die Oberhand gewannen, könnte den Euro zusätzlich belastet haben.

Pfund fällt auf Rekordtief zum Dollar

Das britische Pfund hat in den vergangenen Tagen drastisch an Wert verloren. Fachleute nennen vor allem die starken Steuersenkungen und sonstigen Entlastungen der neuen Regierung unter Premierministerin Liz Truss als Unsicherheitsfaktor. Der finanzpolitische Kurs bereite dem Devisenmarkt mit Blick auf die steigende Staatsverschuldung große Sorgen. Zweifel an der Nachhaltigkeit der britischen Staatsfinanzen haben einen Ausverkauf beim Pfund Sterling ausgelöst. Gleichzeitig drohten die geplanten Entlastungen den Inflationsdruck noch zu verschärfen. "Die Bank von England (BoE) muss heute eingreifen, um das Pfund zu stabilisieren", sagt Anlagestratege Michael Every von der Rabobank. Das Pfund fiel am Montag um 4,4 Prozent auf ein Rekordtief von 1,0382 Dollar. Das ist der größte Kursrutsch seit dem Börsen-Crash vom März 2020.  (apa, reuters)