Ein Ende des Streiks bei großen Raffinerien in Frankreich ist nicht in Sicht. Der Ausstand bedroht inzwischen die Versorgungslage mit Benzin - mehr als ein Fünftel der Tankstellen in Frankreich haben Probleme mit dem Nachschub, wie die Regierung am Wochenende mitteilte. Ein Vertreter der Gewerkschaft CTG erklärte, die Streiks gingen überall weiter.

Während die Gespräche mit ExxonMobil seit Wochen andauerten, sei es bei TotalEnergies noch nicht gelungen, das Management an den Verhandlungstisch zu holen. Eine Antwort auf einen Versuch am Samstag stehe noch aus, sagte ein CGT-Sprecher am Sonntag. Die vier wichtigsten Raffinerien des Landes sind der Regierung zufolge von dem seit Ende September andauernden Ausstand betroffen, drei davon stehen still.

Die Arbeiter bei Total fordern eine Lohnerhöhung von zehn Prozent. Die hohen Energiepreise bescheren dem Konzern hohe Gewinne, die Total dazu veranlasste, etwa acht Milliarden Euro an Dividenden auszuschütten sowie eine Sonderdividende an Investoren. Vergangene Woche hatte Konzernchef Patrick Pouyanne zwar erklärt, es sei auch die Zeit gekommen, die Arbeiter zu belohnen. Er weigert sich bislang aber Gehaltsverhandlungen aufzunehmen.

Die Regierung tue ihr Bestes, um den Konflikt zu lösen, teilte Energieministerin Agnes Pannier-Runacher am Samstag mit. 20,7 Prozent der Tankstellen im Land hätten mindestens bei einem Produkt Probleme beim Nachschub. Eine Rationierung von Benzin stehe aber nicht im Raum. "An dem Punkt sind wir noch nicht", sagte Umweltminister Christophe Bechu. Er rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. In einigen Teilen Frankreichs gibt es aber bereits ein Verbot für den Verkauf von Benzin in Kanistern oder ähnlichen Behältern. (reuters)