Viele europäische Länder basteln seit Monaten daran, Strom- oder Gaspreise für ihre Bürgerinnen und Bürger zu begrenzen und sie damit vor den hohen Energiekosten zu schützen.

Österreich hat im September eine Strompreisbremse beschlossen. Haushalte zahlen damit für rund 80 Prozent ihres Verbrauchs Preise wie vor der Energiekrise. Die Kosten für den Staat belaufen sich auf drei bis vier Milliarden Euro. Weitere Strompreisrabatte für große Familien und ärmere Menschen wurden angekündigt. Im Februar hat die österreichische Regierung einen einmaligen Energiekostengutschein von 150 Euro für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen beschlossen. Diese Maßnahme kostet etwa 600 Millionen Euro.

Deutschland will mit seinem bis zu 200 Milliarden Euro schweren "Doppel-Wumms" Verbraucher und Unternehmen in der Energiekrise abschirmen. Andere EU-Regierungen haben an dieser Maßnahme allerdings kritisiert, dass die Deutschen sich damit gegenüber anderen Staaten, die weniger Finanzmittel haben, einen Vorteil verschaffen. Berechnungen der Brüsseler Denkfabrik Bruegel zufolge plant Deutschland Ausgaben von bis zu 300 Milliarden Euro für Entlastungen. Dies entspricht demnach etwa acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

In Spanien etwa liegt der entsprechende Anteil demnach nur bei 2,9 Prozent, in den Niederlande bei etwa fünf Prozent.

In Frankreich sind die Strom- und Gaspreise bereits seit Monaten gedeckelt. Auch im kommenden Jahr soll der Preisanstieg auf 15 Prozent begrenzt werden. Menschen mit geringem Einkommen zahlt der Staat zudem eine finanzielle Unterstützung. Insgesamt sind nach Angaben einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bis Ende 2023 mehr als 100 Milliarden Euro für die Entlastungen vorgesehen.

Die Niederlande entlasten ihre Bürger mit einem Paket von 23,5 bis 40 Milliarden Euro. Damit wird ab Jänner für Haushalte und kleine Unternehmer ein Preisdeckel für einen Teil des Verbrauchs von Gas und Strom finanziert. Für November und Dezember 2022 bezahlt der Staat allen Haushalten zudem 190 Euro als Entlastung für hohe Rechnungen. Menschen mit einem sehr geringen Einkommen sollen einen extra Energiezuschlag von 1.300 Euro bekommen. Die Mehrwertsteuer auf Energie wurde zuvor bereits von 21 auf neun Prozent gesenkt.

In Irland erhalten die Verbraucher eine Stromkosten-Gutschrift von über 200 Euro im November, Jänner und März - Menschen, denen schon Heizkostenzuschüsse zustehen, bekommen mehr. Die Maßnahmen sind Teil eines elf Milliarden Euro schweren Entlastungshaushaltes, mit dem auch Produkte wie Periodenartikel oder Medikamente bezuschusst werden. Das irische Maßnahmen-Paket sieht außerdem einen maximalen monatlichen Energie-Zuschuss von 10.000 Euro für Firmen vor. Darüber hinaus wurde die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas auf neun Prozent gesenkt. Zudem wurde auch Benzin vergünstigt.(apa/red.)