Die Bewältigung des Klimawandels und eine gleichzeitige Teuerungs- und Energiekrise, ausgelöst durch den russischen Einfall in der Ukraine: Eine harte Probe für die Zusammenarbeit Europas. Die Daten, Fakten und Zahlen liefert der vom Europäischen Ausschuss der Regionen veröffentlichte jährliche Bericht zur Lage der Städte und Regionen. Ein Überblick:

Zehn Millionen Menschen sind über die Grenze aus der Ukraine geflohen, die meisten von ihnen in die neuen Mitgliedsstaaten nach Polen (4,3 Millionen), 861.000 nach Ungarn, 736.000 nach Rumänien und 548.000 in die Slowakei.

Die Mitgliedsstaaten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ukraine werden laut des Berichts die stärksten Rückgänge ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgrund des Krieges spüren. Auch der Anstieg der Inflation ist am größten. Dabei konnten diese Staaten, sie kamen alle nach 2004 zur EU, bis zur Coronapandemie beträchtlich an Boden gut machen, was die Unterschiede beim BIP pro Kopf im Vergleich zum Westen betrifft.

Warschau nahm zehn Prozent der in Polen registrierten Flüchtlinge auf und weiß sich selbst zu helfen: 14.000 Freiwillige halfen bei der Bereitstellung von Unterkünften, medizinischer Versorgung, psychologischer und rechtlicher Unterstützung.

Klima: Finnisches Vorbild

Neben dem Krieg wirkt sich auch die Klimakrise negativ auf die Volkswirtschaften aus. Wird die Krise nicht rasch bekämpft, könnte dies verheerende Auswirkungen auf Städte und Regionen in der gesamten EU haben. Durch Überschwemmungen, Waldbrände und extreme Hitze könnte laut Bericht ein Schaden von 170 Milliarden Euro entstehen.

Doch es gibt bereits Maßnahmen, die als Vorbild dienen können. Am Ufer des finnischen Saimaa Sees wurden im Stadtgebiet von Lappeenranta sieben Regenwasser-Feuchtgebiete eingerichtet. Die künstlichen Feuchtgebiete dienen als Filter und sammeln in Ablaufwasser enthaltene feste Stoffe sowie Nährstoffe und Schadstoffe, bevor das Wasser in den See geleitet wird. Die Förderung der biologischen Vielfalt ist Teil der Strategie zur Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2030 von Lappeenranta.

Armut: Druck auf Sozialsysteme

Zuletzt verschärften sich viele der bestehenden Ungleichheiten innerhalb der EU. Im Jahr 2020 waren rund 36 Millionen Menschen in Europa nicht in der Lage, ihre Wohnung im Winter gut zu heizen oder im Sommer zu kühlen. Angesichts der Krise in ganz Europa warnt der Bericht vor einem Anstieg dieser Zahlen.

Die Pandemie hat zusätzlichen Druck auf die Sozialsysteme erhöht und das soziale Wohlergehen der Bürger verschlechtert. Die Verluste sind in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich hoch, wobei die am stärksten gefährdete Gruppe junge Arbeitnehmer (16-34 Jahre) sind.

In der spanischen Region La Rioja ist die effektive Gleichstellung der Geschlechter eine Priorität. Angestrebt wird die Gleichstellung auf politisch-administrativer Ebene, eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie eine Erhöhung von Frauen-Beschäftigung und -Ausbildung. Mit Erfolg: Die Gleichstellung liegt in der Region um 6,4 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

EU-Milliarden für Österreich

Um Schäden durch die Coronapandemie abzufedern, rief die EU 2020 das 723,8 Milliarden Euro schwere Aufbauinstrument "Next Generation EU" ins Leben. Österreich erhält daraus 3,75 Milliarden Euro im Zeitraum von 2021 bis 2026. Mit den Mitteln soll Österreich den grünen und digitalen Wandel vorantreiben.