Die reichen Länder sollten aus chinesischer Sicht "so schnell wie möglich" ihr Versprechen halten und jährlich 100 Milliarden US-Dollar für klimapolitische Maßnahmen ärmerer Staaten bereitstellen. Zusätzlich solle ein Fahrplan vorgelegt werden, wie das Volumen des Fonds zur Anpassung an den Klimawandel verdoppelt werden könne, so Chinas Klimabeauftragter Xie Zhenhua in Mittwoch von chinesischen Staatsmedien veröffentlichten Rede auf der Klimakonferenz in Sharm el-Sheikh.

Die Klimafinanzierung soll Entwicklungs- und Schwellenländer dabei unterstützen, ihren Treibhausgasausstoß zu reduzieren und sich den Folgen des Klimawandels anzupassen. Extremes Wetter verursache schwere Schäden auf allen Kontinenten, hob der oberste Klimapolitiker Chinas hervor. Angesichts der derzeitigen Energie-und Nahrungsmittelkrise seien Solidarität, Multilateralismus und Kooperation umso mehr "der einzige Weg aus dem Dilemma".

Kohlendioxid-Neutralität vorzeitig erreichen

Die Industrienationen sollten auch die Führung übernehmen und größere Anstrengungen unternehmen, um den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu reduzieren und die Kohlendioxid-Neutralität vorzeitig zu erreichen. Xie Zhenhua unterstrich den vereinbarten Grundsatz der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung, wonach die reichen Länder besondere stark in die Pflicht genommen werden müssten.

China werde entschlossen seine eigenen Ziele umsetzen, sagte Xie Zhenhua in der Rede am Dienstag. So hat das bevölkerungsreichste Land zugesagt, den Höhepunkt seiner Emissionen bis 2030 und die Kohlendioxidneutralität bis 2060 zu erreichen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft ist mit einem Anteil von rund 30 Prozent (2020) der größte Produzent von Kohlendioxid weltweit. Rund zwei Drittel der Energie in China wird aus Kohle gewonnen. (apa/dpa)