Die deutsche Regierung untersagt den Verkauf der Waferproduktion des Dortmunder Chiphersteller Elmos und der bayerischen Firma ERS Electronic an chinesische Investoren. Diese Entscheidung hat das deutsche Bundeskabinett am Mittwoch nach Informationen von Reuters aus Regierungskreisen getroffen.

Elmos selbst hatte am Montagabend mitgeteilt, dass der Verkauf der Elmos Waferfertigung an die schwedische Silex Microsystems AB voraussichtlich untersagt werden würde. Silex ist eine Tochter der chinesischen Sai Microelectronics. Wafer sind Siliziumscheiben für die Chipproduktion. ERS Electronic wiederum bietet nach eigenen Angaben thermische Testverfahren für die Halbleiterproduktion an.

Anders als zuletzt beim Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco in eine Betreibergesellschaft an einem Terminal im Hamburger Hafen war die Entscheidung innerhalb der Regierung unstrittig. Hintergrund ist auch, dass die US-Regierung China gerade bei der Halbleitertechnologie den Zugang beschränken möchte. Allerdings werden in der Dortmunder Fabrik keine Hightech-Wafer für modernste Chips hergestellt. Elmos entwickelt, produziert und vertreibt Halbleiter vornehmlich für den Einsatz im Auto.

Neue China-Strategie

Bereits am Dienstag hatte es im deutschen Wirtschaftsministerium geheißen, dass der Erwerb von Elmos eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Deutschland darstelle. Daher habe man dem Bundeskabinett eine Untersagung vorgeschlagen. Zudem wurde darauf verwiesen, dass die deutsche Regierung ohnehin an einer neuen China-Strategie arbeite. Zwar seien Investitionen aus dem Land weiterhin grundsätzlich willkommen, es gebe aber Fälle, die die Sicherheit gefährden könnten. "Ein besonders genauer Blick ist beispielsweise notwendig bei der Betroffenheit von Infrastrukturen oder bei der Gefahr eines Technologieabflusses." Derzeit liefen 17 Prüfverfahren nach dem nationalen Außenwirtschaftsgesetz mit Beteiligung chinesischer Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Insgesamt würden 44 Vorgänge mit Interessenten aus dem Nicht-EU-Ausland untersucht.

Kanzler Olaf Scholz hatte vergangenen Freitag bei einem Besuch in Peking angekündigt, dass man Abhängigkeiten von China abbauen wolle. Das Land bleibe aber ein wichtiger Wirtschaftspartner. (apa/reuters)