Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich laut Präsidentin Christine Lagarde für Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation alle Türen offen. Wie viel weiter die EZB noch gehen und wie schnell sie dahin kommen müsse, hänge von den verschiedensten Faktoren ab, sagte Lagarde am Montag in einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss (Econ) des EU-Parlaments in Brüssel.

Zu diesen gehörten unter anderem die Wirtschaftsprognosen der EZB-Volkswirte, die Tiefe der wirtschaftlichen Krise, die Entwicklung der Löhne sowie die Inflationserwartungen. Die nächste Zinssitzung der EZB findet am 15. Dezember statt.

"Wir sind entschlossen, die Inflation auf unser mittelfristiges Ziel zu senken, und wir sind entschlossen, die dafür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Lagarde den Abgeordneten. Die EZB strebt zwei Prozent Inflation für den Euro-Raum an. Im Oktober lag die Inflation aber angefacht durch den Preisschub bei Energie infolge des Ukraine-Kriegs bei 10,6 Prozent. Das ist die höchste Rate seit Einführung des Euro.

"Die Zinssätze sind und bleiben das wichtigste Instrument zur Bekämpfung der Inflation", sagte Lagarde weiter. Im Dezember werde die EZB zudem die wichtigsten Grundsätze für den Abbau ihrer Anleihenbestände aus dem APP-Programm darlegen. Mit dem billionenschweren Programm hatte die EZB ab 2015 versucht, die Konjunktur anzuschieben. Aktuell werden auslaufende Anleihen aus dem Programm noch vollständig wieder ersetzt. "Es ist angemessen, dass die Bilanz im Laufe der Zeit auf angemessene und vorhersehbare Weise normalisiert wird", sagte die Notenbankchefin. (reuters)