Die Verbraucher in der Eurozone rechnen laut einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer noch höheren Inflation. Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten die Verbraucher eine Teuerung von 5,4 Prozent, wie die EZB am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im Monat zuvor hatte die Erwartung 5,1 Prozent betragen. Auf Sicht von drei Jahren wird wie im Vormonat eine Rate von 3,0 Prozent erwartet.

Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Teuerung von zwei Prozent an. Im November hatte sich die gemessene Inflation leicht auf 10,0 Prozent abgeschwächt.

Die Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung sind erneut pessimistischer als im Vormonat. So gehen die Befragten auf Sicht von einem Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent aus. Bisher hatten sie ein Minus von 2,4 Prozent erwartet.

Stärkerer Anstieg der Arbeitslosigkeit

Gleichzeitig sehen die Verbraucher einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit als bisher. Sie erwarten auf Sicht von einem Jahr eine Arbeitslosenquote von 12,5 Prozent. Im Oktober war die Quote auf ein Rekordtief von 6,5 Prozent gefallen.

Die Verbraucherumfrage ("Consumer Expectations Survey") erscheint monatlich. Befragt werden etwa 14.000 Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und Belgien. Diese Länder stehen für rund 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone. Inflationserwartungen spielen eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der Notenbank. Die EZB hat heuer nach langem Zögern die Leitzinsen um insgesamt 2,0 Prozentpunkte angehoben. (dpa)