Die EU-Kommission hat die geplante Verstaatlichung des krisengeplagten Energiekonzerns Uniper genehmigt. Die Übernahme durch den deutschen Staat werfe keine Wettbewerbsbedenken auf, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Die beiden Parteien seien derzeit nicht in denselben Märkten aktiv. Über die Pläne sollen am Montag die Uniper-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abstimmen. Die Wettbewerbshüter gaben auch grünes Licht für die Übernahme des Energiekonzerns Sefe, der früheren Gazprom Germania, durch den Bund.

Uniper ist vom Gaslieferstopp Russlands hart getroffen worden. Der Konzern aus Düsseldorf hatte Ersatz für die ausbleibenden Mengen am teuren Spotmarkt beschaffen müssen, um seinen Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden, darunter Stadtwerke und Regionalversorger, gerecht zu werden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte der Uniper einen Verlust von etwa 40 Milliarden Euro eingefahren. Der Bund hat in den vergangenen Monaten Mittel von inzwischen über 51 Milliarden Euro genehmigt und will die Tochter des finnischen Versorgers Fortum übernehmen. (reuters)