Die Schlinge um den unter Betrugsverdacht stehenden Gründer und Ex-Chef der inzwischen bankrotten Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, zieht sich weiter zu. Im Zusammenhang mit der Pleite bekannten sich zwei Top-Manager wegen Betrugs schuldig, teilte die US-Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Bankman-Fried ist unterdessen von den Bahamas an die USA ausgeliefert worden.

Caroline Ellison, die ehemalige Chefin von Alameda Research, und Gary Wang, der ehemalige Chief Technology Officer von FTX, waren wegen ihrer Rolle bei dem mutmaßlichen Betrug, der zum Zusammenbruch von FTX geführt haben soll, angeklagt. Beide erklärten, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, um die Hintergründe des Bankrotts aufzuklären.

Bankman-Fried hatte wie kein anderer den Aufstieg von Kryptowährungen hin zu einer vermeintlich seriösen Investition verkörpert. Seine FTX-Plattform wurde von Prominenten in Werbekampagnen beworben, er selbst war regelmäßig Gast bei politischen Veranstaltungen in Washington, wo er Millionenbeträge spendete. Anfang November brach das Geschäftskonstrukt jedoch zusammen.

Zentral ist dabei der Hedgefonds Alameda, den ebenfalls Bankman-Fried gegründet hatte und in den ein Großteil der bei FTX angelegten Gelder flossen. Am 2. November wurde diese Verbindung bekannt sowie die Tatsache, dass Alamedas Kapital hauptsächlich in der Krypto-Währung FTT gehalten wurde. Diese wiederum wurde von FTX faktisch ohne Gegenwert ausgegeben. FTX-Kunden zogen daraufhin massenhaft ihr Kapital zurück, der Wert von FTT ging in den Keller. FTX war plötzlich nicht mehr in der Lage, Kunden das eingezahlte Geld auszuzahlen. Am 11. November meldete das Unternehmen Konkurs an.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Finanz-Manager wegen Betrugs angeklagt. Die Behörde beschuldigt Bankman-Fried, Investoren mit falschen Versprechen in die Irre geführt und deren Gelder veruntreut zu haben. Es geht um mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro). Der FTX-Gründer war deshalb am 12. Dezember auf den Bahamas festgenommen worden.