Die Atomkraftwerke in Tschechien haben 2022 mehr Strom produziert als je zuvor. Sie speisten rund 30,8 Terawattstunden ins Netz ein, wie der Betreiberkonzern CEZ am Montag mitteilte. Das waren demnach rund 110.000 Megawattstunden mehr als 2021. "In der Zeit der Energiekrise, die durch die russische Aggression gegen die Ukraine ausgelöst wurde, steigerten sowohl das AKW Dukovany als auch das AKW Temelin ihre Produktion", teilte ein Sprecher mit.

Für das neue Jahr rechne man aufgrund umfangreicher Investitionen in den Betrieb mit einem leichten Rückgang, hieß es. So sollen die Dampfgeneratoren im mehr als 35 Jahre alten Kraftwerk Dukovany gereinigt werden. Umweltschützer aus Österreich aber auch Bayern kritisieren die Anlagen in Tschechien seit Jahren als aus ihrer Sicht unsicher und veraltet. Tschechischer Atomstrom fließt allerdings auch nach Österreich und wird dort im Rahmen des gesamten Energiemix zu einem kleineren Teil auch verbraucht.

Das AKW Temelin liegt knapp 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, das AKW Dukovny rund 100 Kilometer nördlich von Wien. Der Anteil der Atomkraft am Strommix des EU-Mitgliedstaats soll nach den Plänen der Regierung bis 2040 auf mehr als die Hälfte ansteigen - auch durch den Bau neuer Reaktoren. (apa)