Auch nach dem Ende der Sparbuchanonymität sind Tafelgeschäfte für Wertpapiere bis zu einem Wert von 200.000 Schilling (14.535 Euro) je Transaktion weiterhin erlaubt. Dies verhilft einem in Österreich praktisch "vergessenen" Produkt zu neuem Auftrieb.

Neue Kunstanleihe der RLB NÖ-Wien

Dem Trend folgend, hat die RLB NÖ-Wien daher ein eigenes standardisiertes Tafelgeschäft-Programm für Anleihen auf den Markt gebracht, im Rahmen dessen das Institut ab 2. Jänner 2001 eine neue "Kunstanleihe" auflegt. Das Nominale der vom Maler Anton Lehmden gestalteten Anleihe beträgt 5.000 Euro, die Laufzeit sechs Jahre. Der Ausgabekurs ist mit 100, die Verzinsung mit 5% festgesetzt. Da diese Anleihe zwar in einzelnen "effektiven Stücken" (jeder Kunde bekommt damit eine eigene Teilemission), aber als Prämienanleihe (Nullkupon) aufliegt, erspart sich der Besitzer der jährliche Kuponschneiden. Kapitalertragsteuer (KESt) für die Zinsen wird bei Einlösung nach sechs Jahren von der Bank abgezogen. Im RLB-Tafelgeschäft-Programm wird auf die Ausfolgungsgebühren - ansonsten 360 Schilling für Inlandswertpapiere, 480 Schilling für Auslandstitel - verzichtet. Ein Depot ist nicht nötig. Nach einem Wertpapierkauf via Tafelgeschäft - es läuft bis 200.000 Schilling anonym, ohne Ausweisleistung wie etwa beim Kauf von Schmuck beim Juwelier - kann das ausgedruckte Papier daheim verwahrt werden. Verloren gehen oder verlegt werden sollte es freilich nicht.

Bei eigenen Emissionen der RLB kommen die Zeichner im Übrigen in den Genuss der neuen Kundengarantiegarantiegemeinschaft, wobei die gesamte Kapitalkraft der Raiffeisen-Geldgruppe für Spar- und Wertpapierverbindlichkeiten haftet, hieß es gestern.