Mailand/Wien. (mel/apa) Der Schock bei den Anlegern saß tief: Nachdem die Ratingagentur Moody’s angekündigt hatte, die Bonitätsbewertung von 16 italienischen Banken hinsichtlich einer Abstufung zu überprüfen, stürzten die Aktienkurse von - unter anderem - UniCredit und Intesa massiv ab. Die Aktie der Bank-Austria-Mutter UniCredit verlor zunächst sogar 8,9 Prozent, weshalb sie vorübergehend vom Handel ausgesetzt wurde.

Bei der Bank Austria selbst ist Moody’s ebenfalls am Analysieren. Ende Mai hat die Ratingagentur bekanntgegeben, dass das Langfrist-Rating der Verbindlichkeiten und Einlagen auf eine mögliche Abstufung hin geprüft wird. Begründet wurde der Schritt damals mit der Erwartung, dass künftig die Fähigkeit des Mutterkonzerns UniCredit zur Unterstützung ihrer Österreich-Tochter abnehmen werde.

Ob es direkte Auswirkungen einer Bonitätsabstufung bei UniCredit auf die Bank Austria geben könnte, ist offen. Zwar gibt es in der Gruppe einen Liquiditätsverbund, über den sich höhere Refinanzierungskosten der Mutter möglicherweise auch auf die Tochter in Wien durchschlagen könnten. Dem Vernehmen nach besorgt sich die Bank Austria aber bereits jetzt den Großteil ihrer Liquidität eigenständig an den Märkten.

Wenig Wachstum

Bisher sind UniCredit und Bank Austria vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen. Nun werden die Italiener aber möglicherweise in Sippenhaftung genommen. Tatsächlich haben die Ratingagenturen zuletzt den Gesamtstaat wegen seiner hohen Schulden und seines geringen Wachstums aufs Korn genommen. Eine Verschlechterung der Bonität des Staates hätte auch negative Auswirkungen auf das dortige Finanzsystem. Dazu kommen Sorgen vor einer Ansteckung durch die Griechenland-Krise und vor - möglicherweise - unvorteilhaften Ergebnissen der europäischen Banken-Stresstests für einige italienische Institute.