Kansas City. Eine starke Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenbiotech-Produkten hat dem US-Agrarchemiekonzern Monsanto im abgelaufenen Quartal die Kasse prächtig gefüllt. Der Gewinn des weltgrößten Saatgutproduzenten aus St. Louis sprang im dritten Quartal bis Ende Mai binnen Jahresfrist um fast 80 Prozent auf 680 Millionen Dollar (477 Mio. Euro) in die Höhe, wie der Konkurrent der deutschen Bayer und der Schweizer Syngenta am Mittwoch mitteilte. Pro Aktie stand ein Gewinn von 1,26 Dollar in den Büchern. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 1,11 Dollar gerechnet.

  Konzernchef Hugh Grant versprühte Zuversicht für die weitere Geschäftsentwicklung. Der Manager hob die Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2011 deutlich an. Nun erwartet Monsanto je Aktie einen Gewinn von 2,84 bis 2,88 Dollar. Bislang lautete das Ziel 2,72 bis 2,82 Dollar.

An der Börse konnte Monsanto mit seinem Quartalsbericht punkten: Die Aktie kletterte im Handelsverlauf 4,5 Prozent auf 69,94 Dollar. Auch Analysten spendeten Lob. Monsanto habe vernünftige Erwartungen geschürt und diese dann übertroffen, sagte Chris Shaw von Monness Crespi Hardt & Co.

  Monsanto steigerte im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz mit Saatgut für Mais, Baumwolle und Sojabohnen und weiteren Pflanzenbiotech-Produkten um zwölf Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Im seinem Segment Agricultural Productivity, zu dem auch das Pflanzenschutzmittel-Geschäft gehört, legten Umsätze um 57 Prozent auf 943 Millionen Dollar zu.

  Ein Wermutstropfen sind allerdings die Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC zu einem Anreizprogramm für Kunden aus den Geschäftsjahren 2009 und 2010. Die SEC will diese Programme, bei denen es um den Glyphosat-haltigen Unkrautvernichter Round Up ging, unter die Lupe nehmen. Monsanto hatte Landwirte Geldanreize bei der Bekämpfung von Unkräutern offeriert, die mittlerweile gegen den Pestizid-Wirkstoff resistent sind. Monsanto-Chef Grant hielt sich zu den Untersuchungen weitgehend bedeckt. Der Konzern kooperiere voll mit der Behörde, sagte er lediglich. Monsanto hatte sein Pestizid-Geschäft wegen der starken Billigkonkurrenz aus Fernost zuletzt umfassend umgebaut.