• vom 14.07.2008, 18:22 Uhr

International


Porträt: Maria Elisabeth Schaeffler




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  • "Sie ist schön, sie ist klug und unglaublich reich" - so charakterisiert die Münchner "Abendzeitung" die gebürtige Österreicherin Maria Elisabeth Schaeffler, geborene Kurssa (66), die gerade dabei ist, mit der von ihr geführten INA-Gruppe um kolportierte 10 Milliarden Euro den fast drei mal so großen Hannoveraner Autozulieferer und Reifenriesen Continental zu übernehmen. Es wäre der größte Firmenkauf in diesem Jahr in Europa. 4,75 Milliarden Euro nennt Schaeffler nach Schätzung des Hamburger "Manager Magazins" ihr Eigen - um 750 Millionen Euro soll sie allein 2007 ihr Vermögen vergrößert haben.

Das US-Magazin "Forbes" schätzt das Vermögen der Familie sogar auf rund 8,5 Milliarden Dollar (5,37 Milliarden Euro). Sie belegte damit Platz 104 im Milliardärs-Ranking des Magazins. In Deutschland zählen die Schaefflers zu den acht reichsten Familien, in Österreich zu den vier reichsten.


Jetzt könnte die Besitzerin des Wälzlager-Konzerns INA auch die mächtigste Firmen-Chefin Deutschlands werden: Klappt der Continental-Deal, wäre Maria Elisabeth Schaeffler, die seit April 2008 auch im Aufsichtsrat der Wiener Verstaatlichten-Holding ÖIAG sitzt, Chefin von weltweit fast 240.000 Mitarbeitern.

Mit 21 Jahren lernte die Wienerin - deren Urgroßvater vor 102 Jahren in Jungbunzlau (Mlada Boleslav) den tschechischen Autokonzern Skoda mitbegründet hatte und deren Vater Generaldirektor der Ersten Allgemeinen Versicherung war - den damals 48-jährigen Industriellen Georg Schaeffler kennen. Der hatte 1949 den Nadelkranz erfunden, dessen Durchbruch in der Automobilindustrie zur Erfolgsgeschichte des Wälzlagerherstellers INA führte.

Seit seinem Tod 1996 führt die Unternehmerwitwe das größte in Familienbesitz befindliche deutsche Industrieunternehmen. Durch die Übernahme des Konkurrenten FAG Kugelfischer 2001 hat die "listige Witwe" ("Manager Magazin") den größten Wälz- und Gleitlagerproduzenten der Welt geschmiedet. Die weltweit 86.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2007 einen Umsatz von fast 9 Milliarden Euro. Im März wurde ein neues Werk im niederösterreichischen Berndorf eröffnet.

Schaeffler, die eigentlich Ärztin werden wollte, gilt als ebenso großzügige Kunstmäzenin wie beinharte Unternehmerin. Sohn Georg, der am Unternehmen mitbeteiligt ist, arbeitet als Anwalt in Dallas und wird wohl später den Konzern führen.



Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2008-07-14 18:22:14
Letzte Änderung am 2008-07-14 18:22:00

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