• vom 02.04.2007, 19:11 Uhr

International


Deutsche Gesellschaft kauft sich zwecks Sanierung mit 51 Prozent bei dem heimischen Textilunternehmen ein

Schöps: Neue Kollektion im Eigentümer-Segment




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  • Beteiligung von drei bis fünf Jahren.
  • Kauf "unterhalb des Substanzwertes".
  • Wien/Starnberg. (wak) Der letzte Eigentümer hat nicht einmal eine Saison lang durchgehalten - die Mehrheitsanteile an der österreichischen Modekette Schöps haben wieder den Besitzer gewechselt. Wie am Montag bekannt wurde, hat die deutsche Beteiligungsgesellschaft Arques 51 Prozent der Aktien und 75 Prozent der Stimmrechte von der Luxemburger Private Holdings of Investments (PHI) übernommen.

Die PHI wiederum hat erst Ende Dezember vergangenen Jahres 87,1 Prozent der Stimmrechte am Bekleidungs-Unternehmen gekauft - damals vom italienischen Industriellen Piofrancesco Borghetti, der immerhin viereinhalb Jahre durchgehalten hat. Die PHI trennt sich nicht gänzlich von Schöps, auch wenn ihr fast keine Stimmrechte mehr zufallen.


Auch die restlichen Anteil an der heimischen Textilkette verbleiben in Luxemburg, sie sind aber in Besitz einer anderen Holding Gesellschaft, nämlich Sefran Finance (an der wiederum seit geraumer Zeit der ehemalige Schöps-Eigentümer Borghetti mit 50 Prozent beteiligt ist).

Österreichische Anfänge
Ursprünglich hatte das heimische Modeunternehmen Schöps österreichische Eigentümer: 1954 übernahm Leopold Böhm die Firma seines Onkels Richard Schöps und expandierte im ganzen Land - und verkaufte die Kette schließlich schwer verschuldet 1989 an den deutschen Investor Thomas Matzen.

Jetzt ist Schöps wieder in deutschen Händen. Die PHI brauchte offenbar Hilfe bei der Umsetzung der bereits begonnenen Strategie einer Neupositionierung.

Weg vom Billig-Sektor
Denn auch die deutsche Beteiligungsgesellschaft will "weg von dem eher billigen Segment", so ein Sprecher aus dem bayrischen Starnberg, Sitz der auf den Kauf angeschlagener Firmen spezialisierten Gesellschaft. Über den Kaufpreis herrscht noch Stillschweigen, aber normalerweise kaufe Arques "unterhalb des Substanzwertes", meint der Sprecher weiter zur "Wiener Zeitung".

Schöps ist nicht das erste Unternehmen in Österreich, an dem sich Arques beteiligt hat. Im November 2005 hat sich Vorstandschef Peter Löw bereits bei einem Salzburger Druckunternehmen aus Zell am See eingekauft.

Im Normalfall hält Arques ihre Beteiligungen für drei bis fünf Jahre bis zum Wiederverkauf oder dem Börsegang. Sollte die Revitalisierung besonders gut glücken, kann sich Arques allerdings auch vorstellen, die Beteiligungen an Schöps über einen längeren Zeitraum zu halten.

Nach mehreren Jahren der roten Zahlen - allein 2003 und 2004 wurden Jahresverluste von 3,7 bzw. 3,8 Mio. gemacht, ging es Schöps 2005 wieder besser: sämtliche Kennzahlen waren damals wieder positiv, der Umsatz erhöhte sich auf 76 Mio. Euro.

Vergangenes Jahr ging der Umsatz allerdings wieder auf 70 Mio. Euro zurück, wie Arques mitteilte. Andere Zahlen sind nicht bekannt. Momentan sind bei Schöps 800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Schließung von Filialen ist laut Arques bisher nicht geplant.

Schöps ist die vierte Akquisition von Arques in diesem Jahr und nach Golf House und Fritz Berger bereits die dritte Beteiligung im Einzelhandel.



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Dokument erstellt am 2007-04-02 19:11:37
Letzte Änderung am 2007-04-02 19:11:00


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