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Wien. Wer seine Eigentumswohnung vermietet, sollte einige Feinheiten beachten, um hohe Kosten oder den Gang vor Gericht zu vermeiden. Käufer, die eine Immobilie als Anlage besitzen und weitervermieten, sollten sich bei der Auswahl des Mieters einen genauen Eindruck vom Gegenüber machen: Wirkt die Person vertrauenswürdig? Dabei hilft, schon beim ersten Gespräch möglichst viel über die persönliche Situation des Mieters zu erfragen - etwa Familienstand, Anzahl der Kinder, Haustiere und auch Hobbys.

Ob sich ein Mieter die Wohnung leisten kann, zeigt ein Einkommensnachweis. Werden Fragen nach dem Einkommen ungern oder ausweichend beantwortet, kann das ein schlechtes Zeichen sein. Zudem könne der Vermieter eine Anfrage beim Kreditschutzverband starten, sagt Friedrich Noszek, Präsident des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbundes (ÖHGB).

"Eine absolute Garantie gibt es aber nicht", warnt Noszek. Ein Mann im Nadelstreif-Anzug habe sich beispielsweise als Mafia-Mitglied entpuppt und sich ins Ausland abgesetzt. Und eine Frau in Designerkleidung stellte sich als Mietnomadin heraus, die von Wohnung zu Wohnung zog und nie Miete zahlte.

Mietnomaden verwüsten die Wohnung

Vorsicht ist daher geboten, wenn ein Mieter von heute auf morgen einziehen und sofort seine Einrichtung und persönliche Gegenstände in der Wohnung deponieren will. Mietnomaden hinterlassen die Wohnung oft verwüstet - "und die Vermieter müssen viel Geld hineinstecken, damit der ursprüngliche Zustand der Wohnung wiederhergestellt ist", sagt Noszek.

Bei Verträgen mit Paaren oder Familien sollten Vermieter darauf achten, ob der Vertrag mit einer Person oder mit beiden Partnern abgeschlossen wird, denn das kann im Fall einer Trennung oder Scheidung wichtig sein, sagt Christoph Petermann, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung.

Weil es für einen privaten Vermieter oft schwierig ist zu überprüfen, ob sich der Mieter die Miete leisten kann, wird häufig eine Kaution oder Bankgarantie vereinbart. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass zwischen dem Ende des Mietvertrages und dem Rückstellungstermin der Kaution mindestens drei Monate eingeplant werden, um Schäden in der Wohnung feststellen und von einem Sachverständigen schätzen lassen zu können. "Denn die höchste Kaution nützt wenig, wenn man erst nach ihrer Rückzahlung entdeckt, wie groß die Schäden an Haus oder Wohnung tatsächlich waren", sagt Petermann.